Advent, Advent, ein Pony rennt
Eigentlich wollte ich unseren Besuch auf dem Christkindlmarkt in der Altstadt Innsbruck mit einem vorweihnachtlichen Spaziergang durch die Märchengasse beginnen.
Doch da war es schon zu spät. Meine zwei Töchter hatten von weitem das Karussell am Marktplatz bereits erspäht. Auch egal, heute sollten die Kinder mal zum Zug kommen (passiert ja sonst so gut wie nie;)). Weit kamen wir allerdings nicht. Der Rücken der Ponys am Nordeingang des Christkindlmarktes am Marktplatz sah zu einladend aus. Also, schnell Karten beim Stand gegenüber gelöst und seinen glücklich strahlenden Kindern hoch zu Ross zugewinkt. Nach dem Ritt kam die Aussage meiner dreijährigen Tochter Mia, dass so ein Pony ganz locker in ihr Kinderzimmer passen würde. Das überhörte ich so gut es ging und wir schlenderten Richtung Karussell. Ich löste eine 8-Fahrten-Karte. Erwartungsgemäß stürzten sich meine Töchter aufgrund ihrer vorhin erworbenen fünfminütigen Reiterfahrung auf die Pferde.
Erstmals gelang mir ein Rundumblick und ich muss sagen, es wurde einiges auch an handwerklicher Kunst geboten. Nach dem Karussell-Erlebnis gönnten wir uns einen Kiachl – zum Glück waren noch nicht viele Leute da und wir mussten nicht lange anstehen. Köstlich! Das fanden auch meine Töchter, die sonst lieber Pommes gegessen hätten. Der Blick meiner sechsjährigen Tochter Elena fiel auf die Reihe der schwimmenden Plastikenten, die auf einem Rundum-Wasserstrahl dahingondelten. Um zwei Euro konnte man eine Ente herausfischen. Die unten am Bauch stehende Nummer verhalf einem – mit etwas Glück – zu äußerst attraktiven Preisen. Mein Blick fiel auf einen dieser Superpreise. Er hatte Ähnlichkeit mit der „Hello Kitty“-Katze, nur ca. 2.345 Mal größer. Ich sah mich schon mit diesem styroporgefüllten Plüschmonster nach Hause gehen, deshalb fragte ich meine Kinder, ob es nicht viel netter wäre, ein echtes Tier zu streicheln, als so eine leblose Ente zu fangen? Der Streichelzoo war nämlich direkt daneben. Mit Begeisterung machten wir einen Besuch bei Ziege, Schafe, Hasen & Co. Sogar zahme Minischweine gab es. Ich konnte meine Kinder nur aufgrund der Aussicht auf eine traditionelle Zuckerwatte zum Gehen bewegen. Zuvor machten wir noch einen kurzen Ausflug ins WC der Rathausgalerie – die Hände konnten wir reinigen, Mantel & Co waren allerdings ein Fall für die Waschmaschine. Macht nichts, die Zuckerwatte schmeckte meinen Mädls genauso wie mir der Kaffee, der neben Glühwein und Glühpunsch angeboten wurde. Danach machten wir uns auf dem Weg zum Bus.
Es war ein schöner Nachmittag – das Leuchten von Kinderaugen ist das Großartigste, was es gibt – selbst wenn nicht die weihnachtliche Stimmung Auslöser dafür war. Muss ja auch nicht sein – dafür ist ja noch genug Zeit bis Heilig Abend.







