Französische Skigebiete haben bei uns ja nicht wirklich den besten Ruf. Hochhäuser im Hochgebirge, Satellitenstädte ohne Flair, überteuerte heruntergekommene Chalets und unfreundliche Franzosen. Und überteuert ist es sowieseo. Bei uns in Tirol ist das alles natürlich ganz ganz anders und viel viel besser.

Naja, für Val d’Isère trifft das zum Glück (oder soll ich besser leider sagen) nicht ganz zu. Val d’Isère ist zwar auch ein für den Skitourismus erschlossener Ort, aber hier hat man aufgepasst.  Die Atmosphäre im WM Ort ist wirklich super. Typisch savoyardische Architektur, Fußgängerzone mit tollen Läden zum Einkaufen, nette Restaurants und Bars, gute Diskotheken und das Allerbeste – hier fährt man wirklich mit den Skiern bis ins Hotelzimmer. Mitten in Val d’Isère befindet sich ‘La neige’, eine große Fläche auf der alle Pisten zusammenlaufen und von wo aus man die Lifte und Gondeln in die diversen Skigebiete nimmt. Und die Franzosen dort: absolut freundlich, bemüht und umsorgend. Hier ist nichts zu spüren vom Pariser Snobbismus und man kommt auch gut mit Englisch durch – dank der vielen englischen Skitouristen. Auch die Preise sind nicht so schockierend. Es ist ein bisschen teuerer als bei uns (Liftkarte € 43 für ca. 400 km Piste) und die Qualität der Hotels und Lifte entspricht auch nicht ganz der unsrigen. Da sind wir den Franzosen voraus. Aber trotzdem: Val d’Isère braucht sich nicht zu verstecken und wenn ich wieder mal auf einer Tiroler Hütte einen fertigen Kaiserschmarrn aus der Fritteuse von einem grantigen Angestellten im SB Restaurant vorgesetzt bekomme, werde ich mich sicher gerne wieder an die ‘gentillesse’ der französischen Älpler zurückerinnern. Also liebe Tiroler Touristiker: wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Die Konkurrenz schläft nicht.