Neulich habe ich mir die Klingeltöne von unserer Homepage downgeloadet. Und da dachte ich mir, es wäre vielleicht mal interessant, die Aufmerksamkeitserzeugung dieser Tiroler Klingeltöne abzutesten.
Testort1: überfüllter Warteraum beim Hausarzt, Sonntagsordination. Ich lasse die blöckenden Schafe aus meinem Handy ertönen, erst leiser, dann immer lauter. Irritiert blicken ein paar Patienten aus dem Fenster - es gibt einen Bauern nebenan. Zwei lächeln gequält in meine Richtung, doch die meisten zeigen keine Reaktion. Na ja, ich gebe zu, vielleicht sind ein Haufen kranker, müder Menschen doch nicht die richtigen Testpersonen.
Testort 2: vollbesetzter Linienbus auf dem Weg nach Innsbruck und ich mittendrin! Ideale Bedingungen für mein Experiment. Ich lasse den Jodler ertönen und ernte jede Menge Aufmerksamkeit. Doch leider – so fürchte ich - liegt das eher am Busfahrer, der mit strengem Blick und dem Finger am Handyverbotsschild durch das Mikrophon ermahnt: “Handy sofort ausschalten”. Ich mache mein Handy aus und rutsche etwas tiefer in den Sitz. Verstehen werde ich das nie. Warum muss man in einem über zwanzig Jahre alten Bus die Handys ausschalten? Die neue Technik, die vom Mobiltelefon gestört werden könnte, möchte ich gerne einmal sehen. Ich fühle mich wie eine Schülerin, die bei was auch immer erwischt wurde. Ein Gutes hat es ja: sich mit einem Schlag so viele Jahre jünger zu fühlen, hat auch was.
Testort 3: Italien, Adria, am Strand. Es ist total überfüllt, aber was tut man nicht alles für eine gute Sache. Nicht weit von uns, breitet jemand sein Strandtuch aus – in blau-weiß. Es folgt der Sonnenschirm – in blau-weiß. Seine Badehose – jetzt bin ich aber gespannt – nein, die ist nicht blau-weiß;), aber ich wette, in seiner Kühlbox befindet sich Paulaner Bier.  Spätestens nach seinem “Servuss” in unsere Richtung wissen wir mit Sicherheit: ein Bayer und Patriot. Na dann pass mal auf, denk ich mir und lasse mein Handy so laut wie irgendmöglich mit dem “Schuachplattler” ertönen. Trotz meiner dunklen Sonnenbrille kann ich deutlich erkennen, dass der Bayer blass wird vor Neid. Er kommt in meine Richtung mit einem Lächeln, fragt nach, wo man diesen coolen Klingelton denn herbekommt und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: “Haben wir nicht die gleiche alpenländische Kultur?”. Gnädig wie ich bin, nenne ich ihm die Internetadresse, wo man die Tiroler Klingeltöne downloaden kann (ich gebe zu, das “Tiroler” habe ich extra betont). Diesmal bin ich mit dem Ausgang des Experimentes sehr zufrieden.
Und wer es noch nicht weiß: die sechs verschiedenen Tiroler Klingeltöne sind gratis downloadbar auf www.tirol.at . Nicht nur für Tiroler, aber für alle Liebhaber der alpenländischen Kultur…;)