Schönheit von innen
Wenn Sie vor der Alm ein Schild mit der Aufschrift ”Frische Buttermilch” sehen, so ist das keine Garantie. Schauen Sie sich um. Wenn sich im Umkreis der Alm keine einzige Kuh befindet und wenn die Oberweite der Dame am Nebentisch das einzige ist, was annähernd an ein Euter erinnert, dann wird das eher nichts werden. Seien Sie besonders skeptisch, wenn am Nebenfeld Schafe blöken.
Wenn Sie die Bedienung fragen, ob die Buttermilch echte Almenbuttermilch ist und die mit einem eindeutigen “Ja” antwortet, muss das auch noch nichts heißen. Es kann ja sein, dass die Milch von den echten Almkühen mit dem Kühlwagen zum Milchhof gefahren wurde und in Form eines 0,5Liter-Tetrapacks wieder auf die Alm hinauf transportiert wurde (Auch das habe ich schon erlebt).
Am besten ist, man fragt einfach direkt: “Ist die Buttermilch aus dem Paktl?” Die meisten geben es dann zu - wobei ich mich dann frage, warum Buttermilch überhaupt auf dieser Alm angeboten wird. Handelt es sich jedoch um echte Almenbuttermilch aus Rohmilch und nicht um einen Nepp, dann kann es sein, dass der Wirt beleidigt reagiert. Je mehr er sich über diese Frage ärgert (welche zugegeben für einen echten Senner eine Frechheit ist), desto besser und wohlschmeckender ist meist die Buttermilch. Also, einfach fragen! Am liebsten mag ich sie, wenn sie leicht süßlich schmeckt - mit möglichst vielen Butterflocken drinnen (Ich hoffe, den Buttermilchgegnern ist jetzt nicht schlecht geworden). Auf folgenden Almen habe ich kürzlich allerbeste Buttermilch genossen: Gleirschalm, Sunnbergalm, Bodenalm, Inzinger Alm. Leider ist die Saison fast schon vorüber und damit beginnt die Buttermilchdurststrecke bis zum nächsten Jahr
Die einen lieben sie…
… die anderen nicht! 






