… und nach der Hochzeit kommt der Tod
Hannes, Hannes. Da hast du etwas falsch verstanden. Nur weil im Tiroler Volkskunstmuseum der Lebensreigen mit der Geburt anfängt und man deshalb nach der Hochzeit nicht schon wieder von Geburt sprechen kann, heißt das noch lange nicht, dass man nach der Hochzeit nichts mehr zu erwarten hat. Aber schon interessant, wie Männerhirne manchmal ticken ;o) Man lernt nie aus …
Warum ich den Blogeintrag aber eigentlich schreibe, ist, weil ich ehrlich gesagt trotz 6-jähriger Tätigkeit für die Tirol Werbung und trotz persönlicher Betreuung von ‘Tausenden’ von Journalisten, selbst noch NIE im Tiroler Volkskunstmuseum war. Ein großer Fehler, wie ich seit Montag weiß. Das Tiroler Volkskunstmuseum ist nicht nur Heimat der Schwarzen Mander in der Hofkirche, die wohl jedem Tiroler spätestens nach dem obligatorischen Innsbruckbesuch in der Volksschule ein Begriff sind. Nein, es gibt noch viel mehr zu bestaunen. Abgesehen von traumhaften Stuben aus Nord- und Südtirol sowie dem Trentino, werden private Sammlerstücke aus dem bäuerlichen, bürgerlichen und adeligen Leben gezeigt. Auch die Religion spielte eine bedeutende Rolle, obwohl kirchliche Regelwerke früher gar nicht so eng gesehen wurden. Und der Aberglaube war parallel zur Religion eine weit verbreitete Unterstützung gegen alles Böse. Doppelt hält einfach doch besser.
Wer hat schon mal was von der Kümmernis oder vom Meraner Saltner gehört. Wusstet ihr, dass das Fensterln früher ein in der Öffentlichkeit praktiziertes Brautwerben war? Die Geheimnistuerei kam erst später, auch die Bigotterie. Oder dass im östlichen Teil Tirols der Besitz immer nur einem Kind vermacht wurde, im westlichen Teil es aber eine Realteilung, also eine Aufteilung an alle Kinder gab und es deshalb geteilte Häuser gab, in denen Passierscheine für zerstrittenen Geschwisterteile ausgestellt wurden? Unglaublich oder?
Bei einer Führung wird einem das Ganze natürlich noch viel näher gebracht, mit tollen Geschichten ausgeschmückt, mit persönlichen Anekdoten ergänzt. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann zu hochmodernen PDAs (in 4 Sprachen D, GB, IT, FR) greifen.
Eintrittspreise: € 8 für Erwachsene, € 4 für Kinder ab 6 & Schüler, Studenten, Pensionisten (das Ticket gilt für alle Landesmuseen, also Volkskunstmuseum, Hofkirche, Ferdinandeum und Zeughaus)








