Wenn man mit Kindern wandern gehen will, ist es nicht immer einfach, sie zu motivieren. Welchen Sinn soll es aus Kindersicht schon haben, in mühevoller Anstrengung auf einen Berg zu gehen? Wenn der Weg jedoch das Ziel ist, sieht die Sache schon anders aus. Deshalb haben wir neulich die Oberperfer Geisterwanderung ausprobiert.

Zur Ausgangsposition Stiglreith kommt man entweder bequem per Gondel oder man erreicht sie mit dem Auto über Oberferfussberg (Tagesparkgebühr 5,- €). Von dort aus führt der Geisterwanderweg entlang der Rodelbahn bis zum Speichersee. Zu Beginn des Weges wird man von einem Baumgeist  begrüßt. Man muss nur am Knopf am Stamm der Fichte drücken, die verkehrt in den Boden eingesetzt wurde und schon plaudert diese los. Sieh nett aus! Eine weibliche Stimme erzählt von der Familie Baumbart – in sage und schreibe 21 Folgen. Da der Weg von Stiglreith bis zum Speichersee nur 1,6 km lang ist, ergibt das somit ca. alle 80 m einen Baum, von denen der eine oder andere auch mal 10 Minuten redet. Unser eigentliches Ziel, die Rosskogelhütte, schien mit jedem Baum unerreichbarer zu werden. Der Geisterwanderweg macht nämlich unglaublich müde – jedoch nicht aufgrund der Muskelkraft, die man zum Gehen aufwenden muss, sondern wegen der vielen Pausen. Ich wusste gar nicht, dass „sich die Füße in den Bauch stehen“ mehr Kraft in Anspruch nimmt als bergauf gehen. Wir haben es schließlich geschafft – der letzte Baum, Bergwächter „Baumwart“ wurde erreicht. Die Aussicht auf eine Kasknödelsuppe auf der Rosskogelhütte hat unsere Kinder dann doch noch überzeugen können, weiterzugehen. Gottseidank!

Unser Urteil: der Geisterwanderweg ist eine wirklich nette Idee, die Bäume sind super gemacht und auch die weibliche Erzählstimme passt gut. Leider sind für unseren Geschmack die Bäume viel zu dicht beieinander und die einzelnen „Folgen“ dauern einfach zu lange, abgesehen davon ist die Erzählsprache nicht immer kindgerecht. Trotzdem empfehlen wir einen Besuch, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.