Dolce come Zucchero
Ein Konzert eines italienischen Sängers muss man sich in Bella Italia geben, davon war ich immer überzeugt. E Basta! Deshalb habe ich keine Kosten und Mühen gescheut, Zucchero, den Meister des italienischen Rock & Blues, live in der Arena in Verona zu erleben, wo er vergangenen Donnerstag ein Mega-Konzert gab.
Da mir absolute Textsicherheit ein Anliegen war, hatte ich mir schon Wochen im Voraus immer wieder seine Songs angehört und kräftig geübt. Ich war überzeugt, in der Menge der italienischen Zuschauer aufgrund lupenreinen Mitsingens nicht als Ausländerin erkannt zu werden und gab mich vor meinen Begleitern (mein Mann, meine Freundin und deren Mann) siegessicher. Die würden alt aussehen neben mir. Bene così!
Die Arena war so gut wie ausverkauft. Für mich war das im Vorfeld schon klar gewesen, Zucchero wird in Italien allerorts geradezu verehrt. „Kimm her, von do aus segma guat“ Die Stimme kam aus der Reihe hinter mir. Rechts vorne rief gerade jemand „Toni, hosch des Polschterle zum Drauhockn mit?“. Gut, zugegeben, klingt nicht gerade italienisch. Aber Italiener waren auch, ich schwör’s! Sie fielen später durch ihre absolute Textsicherheit auf, neben der ICH leider alt aussah. Aber egal, das Alter spielte hier eh keine Rolle: Von 9 bis 99, von Oma bis Enkel, Zucchero lockte alle in die Arena.
Als Zucchero (alias Adelmo Fornaciari, er hat seinen Künstlernamen von seiner Grundschullehrerin, die ihn so nannte, weil er als Kind so süß aussah) die Bühne betrat, tobte die Arena. Süß sieht er heute nicht mehr aus, eher etwas schrullig mit seinem übergroßen Zylinder und dem Brokatmäntelchen. Aber wenn er anfängt zu singen, schmilzt alles rundherum und er macht seinem Namen alle Ehre. Dolce come zucchero! Die Balladen mit seiner kräftigen, unverwechselbaren Stimme ließen an diesem Abend keinen kalt. Obwohl es wahrscheinlich keiner zugegeben hätte, bin ich mir sicher, dass auch den härtesten Romantik-Gegnern warm ums Herz geworden war. Zucchero sang zwischendurch auch sehr rockige Lieder, wie zum Beispiel „Per colpa di chi, chi, chi, kikeriki…“, bei denen gehüpft, geschrien und geklatscht wurde. Neben den Liedern aus seinem neuen Album „Chocabeck“ gab er immer wieder alte Hits zum Besten, bei denen ich durch das Mitsingen glänzen konnte (wenn mich nicht gerade ein Native Speaker übertönte). Kurzum, ein Wahnsinns-Konzert! Fantastico.
Und warum ich euch das alles erzähle? Verona liegt eindeutig nicht in Tirol… Ganz einfach. Il Maestro kommt nach Imst! Und zwar am Samstag, den 25. 6. 2011, um 18.00 Uhr! Aufgrund der mitreißenden Darbietung seiner Songs (und vielleicht auch wegen des zahlreichen Tiroler-Anteils in Verona) bin ich mir sicher, dass er es auch in Imst am Stadtplatz schaffen wird, alle Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.
Ein Tipp noch: Aufgrund des hohen Romantikfaktors bestimmter Songs am besten mit seinem Kuschelpartner oder dem, der es noch werden sollte, hingehen. Klappt bestimmt
Und: Textsicherheit ist ganz nett, aber nicht zwingend notwendig. Buon Divertimento a tutti.








