Foto: TVB Hall-Wattens

3 Wildkräuter-Rezepte gegen Frühjahrsmüdigkeit

------
Ernst

Das Rennrad ist die große Leidenschaft von Ernst Sprenger. Aber... Zum Autor

Jeder von uns kennt das: Im Frühjahr weicht der Winter den ersten Frühlingstagen. Und obwohl die Sonne scheint und die Welt in Ordnung ist: Irgendwie ist man müde. Die leidige Frühjahrsmüdigkeit plagt auch mich und dabei wäre längst das erste Radtraining fällig. Die verschiedenen Kapseln und Vitamine mag ich nicht. Darum habe ich mich aufgemacht und erkundet, ob nicht in den Tiroler Bergen oder auf den Tiroler Wiesen schon die ersten Kräuter wachsen, die gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen.

Ein heißer Tipp in Tirol für all jene, die wissen wollen, wogegen so manches Kraut gewachsen ist, ist Susi Vianello aus der kleinen Ortschaft Tulfes in der Nähe von Hall in Tirol. Sie gibt ihr Kräuterwissen gerne an andere weiter. Von Mai bis in den Herbst bietet sie jeden Dienstag in Tulfes eine Kräuterwanderung für Interessierte an. Und man glaubt gar nicht was so auf einer schlichten, einfachen Tiroler Wiese alles wächst. Teil dieser Wanderungen ist auch, dass man selbst Kräuter sammelt und die zum Ende der Wanderung gleich aufs echte Tiroler Bauernbrot mit Butter wandern. Ein Genuss. Wer übrigens mehr über die Kräuterwanderung in Tulfes wissen möchte, findet alle Informationen auf der Homepage www.hall-wattens.at.

Doch zurück zur Frühjahrsmüdigkeit. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich fühle diese Mattigkeit doch einige Zeit. Frühjahrsmüdigkeit soll etwas mit dem Hormonhaushalt zu tun haben, unser Körper scheint sich nach den Wintermonaten nicht so schnell umzustellen können.

Foto: TVB Hall-Wattens

Ein schöner Strauß mit Kräutern, die man bei der Kräuterwanderung findet. Foto: TVB Hall-Wattens

Bei meiner Frage nach dem richtigen Kraut gegen Frühjahrsmüdigkeit lacht Susi Vianello. „Das fragen mich ganz viele Leute“, erzählt die Fachfrau. „Ich antworte dann meistens: Wer das ganze Jahr über Wildkräuter aus Tirol auf den Speiseplan hat, der kennt die Frühjahrsmüdigkeit nicht!“

Ich bin ein wenig irritiert, aber Susi ergänzt: „Natürlich gibt es im Frühjahr – meist so ab Mitte März – einige Kräuter, die einen so richtig fit machen. Kommt mit!“ Susi führt mich gleich ums Eck in Tulfes auf eine Wiese am Waldrand. Mit geübtem Blick erspäht sie schnell, was sie sucht. „Wilder Bärlauch ist ein tolles Kraut gegen Frühjahrsmüdigkeit“, erzählt Susi. „In Tirol wächst der sehr häufig am Waldrand.“ Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Blätter, oft auch mit den Stängeln, frisch als Gewürz, für Dip-Saucen, Kräuterbutter und Pesto oder ganz allgemein als Gemüse in der Frühjahrsküche. Dann empfiehlt mir Susi noch Waldmeister, Bärenklau, Brennnesseln oder Giersch oder einen Salat aus Löwenzahn.

Foto: TVB Hall-Wattens

Ein Salat aus Löwenzahn ist sehr schmackhaft und sieht auch noch schön aus. Foto: TVB Hall-Wattens

Vor allem der Giersch enthält viel Vitamin C und Mineralstoffe wie Eisen, Kupfer und Mangan. Sein botanischer Name verrät noch mehr: Podagra ist ein alter Name für Gicht. Giersch vertreibt das „Zipperlein“, denn er entsäuert den Körper.

Auch wenn wir bei diesem Kräuterspaziergang nicht alle Kräuter gefunden haben – es war heuer im März doch noch recht kalt in Tirol, kehren wir mit einem vollen Korb zurück. Für euch hat mir Susi einige Rezepte mitgegeben, die – auch wenn sie die Frühjahrsmüdigkeit nicht komplett vertreiben – auf alle Fälle sensationell schmecken. Die Zutaten gibt es auf vielen Tiroler Wiesen. Die Kräuter findet man aber auch bei vielen Gemüsehändlern und Bioläden jetzt im Frühling. Viel Spaß beim Kochen!

Bärlauchbutter

Bärlauch fein hacken und mit den restlichen Zutaten unter die weiche Butter mischen. Zu einer Rolle formen und in Folie gewickelt entweder im Kühlschrank oder im Tiefkühler aufbewahren. Schmeckt vorzüglich auf frischem Bauernbrot oder statt Kräuterbutter auf Gegrilltem!

Waldmeistersirup

Wasser und Zucker aufkochen und abkühlen lassen. Waldmeister, Zitronenscheiben und Zitronensäure dazugeben. Zwei bis drei Tage stehen lassen, immer wieder umrühren. Sirup durch ein Tuch oder Sieb abseihen, einmal aufkochen und in Flaschen füllen.
Waldmeistersirup wird gerne im Mai zubereitet und ist mit kaltem Mineralwasser aufgespritzt ein erfrischendes Getränk besonders an heißen Tagen.

Wildkräuterpesto

Bärenklau, Brennnesseln, Giersch und Bärlauch mit Olivenöl, Parmesan und Nüssen gut mixen. In Gläser füllen – fertig!

Weitere Gesundheits- und Bewegungstipps findet ihr hier: www.tirol.at/tirol-bewegt

Keine Kommentare