Yes to all! Schöne neue Kristallwelten von Swarovski

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Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim... Zum Autor

Ein Glasturm für Kinder, ein Park mit den Ausmaßen eines Fußballstadions, ein Restaurant wie ein Raumschiff – zunächst sind die neu gestalteten Swarovski Kristallwelten vor allem eines: Noch größer, noch schöner. Das langweilt mich – bis wir am Eingang stehen. Denn die neu gestalteten Kristallwelten überraschen mit Ironie. „Yes to all!“ rufen überdimensionale Glitzer-Buchstaben am Eingang.

Zynisches Begrüßungs-Statement

Die neu gestalteten Kristallwelten überraschen nicht mit ihrer Schönheit, sondern mit Ironie. Überdimensionale Kristall-Buchstaben rufen „Yes to all!“ Geschaffen hat dieses Kunstwerk die Schweizer Künstlerin Sylvie Fleury. Zynisch kommentiert ihr Spruch die Konsumorientierung der modernen Gesellschaft – mit einem Schriftzug aus luxuriösem Kristall. Mehr Ironie geht wohl kaum.

Geschaffen hat dieses Kunstwerk die Schweizer Künstlerin Sylvie Fleury. Zynisch kommentiert ihr Spruch „Yes to all!“ die Konsumorientierung der modernen Gesellschaft – mit einem Schriftzug aus luxuriösem Kristall.

Mahlzeit im Raumschiff

Als wäre es ein soeben gelandetes Raumschiff für hungrige Mäuler. Das neue, vom Architekturbüro Snohetta entworfene Restaurant ist wie für die Zukunft gemacht. Vor allem Regionales kommt hier auf die Speisekarte. Mal abgesehen vom Sushi.

Als wäre es soeben aus dem Weltall gelandet. Das neue, vom Architekturbüro Snøhetta entworfene Restaurant ist für die Zukunft gemacht. Vor allem Regionales kommt hier auf die Speisekarte. Mal abgesehen vom Sushi.

Drahtige Kristallwolken und schwarzes Wasser

Wolken aus Draht und Kristall spiegeln sich in einem schwarz gefärbten, künstlichen See. Diese Installation des Duos Andy Cao und Xavier Perrot sprengt Superlative: 800.000 Kristalle haben Arbeiter in die Drahtwolken gehängt. Hoffentlich nur bei Schönwetter.

Wolken aus Draht und Kristall spiegeln sich in einem schwarz gefärbten, künstlichen See. Die Installation des Duos Andy Cao und Xavier Perrot sprengt Superlative: 800.000 Kristalle haben Arbeiter in die Drahtwolken gehängt. Hoffentlich nur bei Schönwetter.

Spielturm ohne Kristall

Die Aufmerksamkeit von Kindern lässt nach dem zehnten Kunstwerk mit Kristallbezug einfach nach und sie langweilen sich. Das hat auch Snohetta richtig erkannt und für die Kristallwelten einen Spielturm entworfen, in dem Kinder rutschen, kraxeln und springen können, so viel sie wollen. Inzwischen können sich ihre Eltern im Swarovski-Shop dem Konsum hingeben.

Die Aufmerksamkeit von Kindern lässt nach dem zehnten Kristall-Kunstwerk nach und sie langweilen sich. Das haben auch die Architekten von Snøhetta erkannt. Folgerichtig haben sie einen Spielturm entworfen. Dort rutschen, kraxeln und springen Kinder, während sich ihre Eltern im Swarovski Store dem Konsum hingeben.

Ein Alter Bekannter – André Hellers Riese

Die Ikone der Kristallwelten speit Wasser und lässt sich Efeu auf dem Riesenkopf wachsen. Seit 1995 wacht der vom Multimediakünstler André Heller geschaffene Riese über mittlerweile 16 Wunderkammern. Internationale Künstlerinnen und Künstler bespielen die Kammern zum Thema Kristall. Durch den Kopf des Riesen geht man ins Innere der Kristallwelten.

Wunderkammer mit Geisterbahn-Feeling

Kristallbesetzte Hemden fliegen durch den Raum, den der britische Künstler Jim Whiting „Mechanical Theatre“ getauft hat. Puppenbeine in Anzughosen grätschen und hüpfen. Hier geht’s zu wie in einer Geisterbahn.

Kristallbesetzte Hemden fliegen durch die erste Wunderkammer. Puppenbeine in Anzughosen grätschen und hüpfen. „Mechanical Theatre“ hat der britische Künstler Jim Whiting sein Werk getauft. Die Geisterbahn lässt grüßen.

Im Inneren des Kristalls

Schatz ich habe die Kinder geschrumpft! Im Inneren des „Kristalldoms“ formen 595 Spiegel eine Kuppel. Ich fühle mich tatsächlich wie im Inneren eines Kristalls.

Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft! Im Inneren der zweiten Wunderkammer, dem „Kristalldom“, formen 595 Spiegel eine Kuppel. So könnte für uns das Innere eines Kristalls aussehen, wenn wir mikroskopisch klein wären.

Ausgespuckt und eingekauft

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Die insgesamt 16 Wunderkammern kochen auch bekennende Shoppingmuffel weich. Sie spucken mich in der größten aller Wunderkammern aus – dem Swarovski-Shop. 31 Euro und 20 Cent. Das Fräulein an der Kassa lächelt. Ich kaufe ein kristallbesetztes Armband. Ist ja bald Muttertag. Yes to all? Nobody is perfect.

Fotos: Michael Gams

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