Idyllische Fahrt von Innsbruck nach Fulpmes im Stubaital. Hier tuckert die Straßenbahn über die Telfer Wiesen. Im Hintergrund sieht man den schneebedeckten Patscherkofel. (Copyright: Haisjackl)

Die schönsten Bus und Bahn Touren durch Tirol

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Esther

Esther Wilhelm ist am liebsten mit dem Rennrad unterwegs. Dabei... Zum Autor

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Tirol zu reisen ist einfach, da die meisten Täler und Berge gut erschlossen sind. Dass man dabei noch mit Einheimischen und anderen Gästen in Kontakt kommt, ist ein positiver Nebeneffekt.

Hier die schönsten Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Tirol.

 

Von Innsbruck aus mit der Straßenbahn mitten ins Grüne. Die "Waldstraßenbahn" bzw. Linie 6 von Innsbruck nach Igls (Copyright: IVB)

Von Innsbruck aus mit der Straßenbahn mitten ins Grüne. Die „Waldstraßenbahn“ bzw. Linie 6 von Innsbruck nach Igls (Copyright: IVB)

Langsam schlängelt sich Straßenbahn Linie 6 von Innsbruck hinauf in den ehemaligen Luftkurort Igls. Von der Haltestelle Bergisel beim Stift Wilten geht es hinaus aus der Stadt hinein in dichte Fichtenwälder, am Schloss Ambras vorbei, über sanfte grüne Wiesen nach Igls. Oben angelangt bietet sich eine Fahrt mit der Gondel auf den Patscherkofel an. Oder ein gemütlicher Spaziergang von Igls zum Lanser See wo man wieder in die Straßenbahn einsteigen kann. Die Straßenbahn wurde bereits 1900 erbaut und wird liebevoll „Waldstraßenbahn“ genannt. Für die Hin & Rückfahrt muss man 1 Stunde einrechnen. http://www.ivb.at/

 

Idyllische Fahrt von Innsbruck nach Fulpmes im Stubaital. Hier tuckert die Straßenbahn über die Telfer Wiesen. Im Hintergrund sieht man den schneebedeckten Patscherkofel. (Copyright: Haisjackl)

Idyllische Fahrt von Innsbruck nach Fulpmes im Stubaital. Hier tuckert die Straßenbahn über die Telfer Wiesen. Im Hintergrund sieht man den schneebedeckten Patscherkofel. (Copyright: Haisjackl)

Ähnlich wie von Innsbruck nach Igls kann man mit der Stubaitalbahn STB von Innsbruck nach Fulpmes im Stubaital fahren. Man verlässt die Stadt in Richtung Brenner wo die Straßenbahn recht bald durch die Orte Natters und Mutters tuckert. Von dort geht es dann zuerst entlang des Wipptals, dann hinein ins Stubaital. Das Panorama gibt Blicke auf die Bergisel Schanze, die Sillschlucht, hinüber zur Europabrücke oder zum Altar Tirols, die Serles, frei. Dass neben der Bahntrasse Schafe und Kühe weiden, ist selbstverständlich. Auch Rehe und andere Wildtiere konnte ich schon beobachten. Idylle pur. http://www.ivb.at oder http://www.stubaitalbahn.at/

 

Spektakuläre Ausblicke aus der Mittenwaldbahn von unserer Pendlerin Martina Nairz.

Spektakuläre Ausblicke aus der Mittenwaldbahn fotografiert von unserer Pendlerin Martina Nairz. (Copyright: Tirol Werbung/Martina Nairz)

Innsbruck liegt auf 550 Meter Seehöhe, Seefeld auf knapp 1.200. Die Bahnlinie zwischen Innsbruck und Seefeld muss also auf 20 Kilometern einen Höhenunterschied von 650 Metern überwinden. Dazu kommt noch die vertikal abfallende Martinswand, die durch einen knapp 2 Kilometer langen Tunnel ‚bewältigt‘ wird. Die Mittenwaldbahn, wie die gesamte Strecke zwischen Innsbruck und Mittenwald genannt wird (sie geht dann weiter nach Garmisch und München), schlängelt sich auf Kurven mit nur 200 Meter Radius über Stock und Stein nach oben. Sie überquert auf kleinen Steinbrücken Rinnen, in denen bei Regen Wasser und Geröll zu Tal donnern. Wer einen Blick nach oben wirft, sieht nur schroffe Felswände, ein Blick nach unten gibt Einblicke in Schluchten und Gräben. Dass die Bahnstrecke schon über 100 Jahre auf dem Buckel hat, ist beachtlich. Die Meisterleistung der Erbauer ebenso. Seefeld ist übrigens der höchstgelegenen ICE-Halt Europas, was der Verbindung Berlin-München-Innsbruck zu verdanken ist. Die Strecke wird täglich von vielen Pendlern in Anspruch genommen. Kontakt zu Einheimischen ist also garantiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mittenwaldbahn

http://www.oebb.at

 

Die letzten Kehren vor der 2.509 Meter hohen Passhöhe. Das Timmelsjoch ist der höchste Grenzpass Europas und mit dem Bus erreichbar. (Coypright: Timmelsjoch Hochalpenstraße)

Die letzten Kehren vor der 2.509 Meter hohen Passhöhe. Das Timmelsjoch ist hinter dem Col d’Agnel der zweithöchste Grenzpass Europas und mit dem Bus erreichbar. (Coypright: Timmelsjoch Hochalpenstraße)

Das Timmelsjoch (auf Italienisch Passo Rombo) ist mit seinen 2.509 Metern Seehöhe der höchste KFZ-taugliche Grenzübergang Österreichs. Er verbindet Österreich mit Italien, Tirol mit Südtirol. Hinter dem Col d’Agnel ist das Timmelsjoch sogar der zweithöchste internationale Grenzübergang Europas. Und es ist per Bus erreichbar. Klarerweise nur im Sommer, im Winter ist das Timmelsjoch geschlossen. Ab Mitte/Ende Juni bis Mitte/Ende September werden Obergurgl im hinteren Ötztal und Moos im Passeiertal (Südtirol) 4 Mal täglich verbunden. Einmal fährt der Bus sogar bis St. Leonhard im Passeiertal. Ich glaube, es bedarf keiner Detailbeschreibung der Fahrt ins hochalpine Gelände. Traumhafte Ausblicke und Panoramen sind garantiert. Nicht umsonst erklimmen jährlich tausende Menschen den Timml, wie der Pass von den Einheimischen genannt wird: mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad. Wer am Timmelsjoch aussteigt, soll sich unbedingt das Passmuseum ansehen, in dem die Geschichte rund um die Passstraße in eindrucksvollen Bildern erzählt wird. Wanderern empfehle ich eine Rundwanderung zum Kummersee, die in 3-4 Stunden zu bewältigen ist. Einen kurzen Abstecher zu den Steinmandln auf der Passhöhe sollte jeder machen. Das ist auch ohne festes Schuhwerk zu schaffen. Die Timmlsjoch Hochalpenstraße ist mautpflichtig, wer mit den Öffis fährt, spart Geld, muss sich nicht auf die Straße konzentrieren und kann die Ausblicke genießen. Bei www.vvt.at Obergurgl bzw. Timmelsbrücke (Moos i. P.) eingeben. Oder http://www.oetztalerbus.at/index.php/de/linienbus/fahrplan.html.

 

Kaum zu glauben. Hier fährt auch der Postbus. Von der Imster Seite präsentiert sich das Hahntennjoch schroff, vom Lechtal aus lieblich. (Copyright: Tirol Werbung, Esther Wilhelm)

Kaum zu glauben. Hier fährt auch der Postbus. Von der Imster Seite präsentiert sich das Hahntennjoch schroff, vom Lechtal aus lieblich. (Copyright: Tirol Werbung, Esther Wilhelm)

Die Lechtaler Alpen sind schroff und spröde. Eine Straße durch dieses Gelände zu bauen, eine Herausforderung. Sie instand zu halten, ebenso. Bei starken Gewittern muss die Straße gesperrt werden. Zu gefährlich sind mögliche Muren und Sturzbäche. Trotzdem ist die Hahntennjochstraße eine wichtige Verbindung zwischen Inntal (Imst) und Lechtal, (Elmen) welche im Sommer nicht nur ein beliebtes Ziel von Rennradlern und Motorradfahrern ist, sondern die auch mit dem Postbus befahren wird. Von der Imster Seite aus windet sich die Straße entlang des schroffen Salvesentals inklusive spektakulärer Schlucht. Hier wurde die Straße in Stein gehauen und hier ist sie besonders anfällig für Muren. Je näher man der Passhöhe kommt, desto lieblicher das Tal. Die Maldonalm auf der rechten Seite (wo noch Käse produziert wird), weidende Kühe, wunderschöne Alpenblumen. Am Pass angekommen, empfehle ich eine Wanderung zur Anhalter Hütte. Sie dauert ca. 1,5 Stunden und führt besonders im Frühling durch ein wahres Blumenmeer. Entweder man wandert den gleichen Weg zurück oder hinunter entlang des Plötzigtal bis Bschlabs, wo man wieder den Bus nehmen kann. Bschlabs, Boden und Pfafflar heißen die kleinen Orte im Bschlabertal und zählen zusammen stolze 130 Einwohner. Pfafflar gilt als eine der ältesten Höhensiedlungen Tirols. In diesem Bergdorf befinden sich alte Holzhäuser, deren Bau bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Der Bus verkehrt von Mitte Juni bis Ende September 4 Mal täglich. Bei www.vvt.at (Imst und Bschlabs eingeben, dann ist man sicher, dass die Linie über das Hahntennjoch führt und nicht über den Fernpass). Der Bus verbindet Imst im Inntal mit Elmen im Lechtal.

 

Der prinzipiell unspektakuläre Ort Jenbach ist für Bahnliebhaber ein wahres Goldstück, ist der Bahnhof Jenbach doch einer von wenigen 3-Spurweiten Bahnhöfen der Welt. 3 verschiedene Verkehrsunternehmen mit drei verschiedenen Traktionsformen und drei verschiedenen Spurweiten treffen hier zusammen: Die Achenseebahn mit Meterspur, die österreichischen Bundesbahnen mit Normalspur (1,435m) und die Zillertalbahn mit ihrer Spurweite von 760mm. Folglich ist Jenbach auch der perfekte Ausgangspunkt für Nostalgiefahrten. Nach Jenbach fährt man natürlich auch mit dem Zug. Fast alle Züge der ÖBB und internationale Fernzüge halten hier.

1. Mit Theodor, Hermann, Georg oder Hannah hinauf zum Achensee

Zwar ein sehr touristisches Angebot, trotzdem empfehlenswert. Mit der Achenseebahn und der Achenseeschifffahrt den Achensee erkunden. (Copyright: Achenseebahn)

Zwar ein sehr touristisches Angebot, trotzdem empfehlenswert. Mit der Achenseebahn und der Achenseeschifffahrt den Achensee erkunden. (Copyright: Achenseebahn)

Ein sehr touristischer aber sehr empfehlenswerter Ausflug ist die Fahrt mit der Achenseebahn. Startpunkt ist auch hier der Bahnhof Jenbach. Von dort überwindet die Achenseebahn auf nur 7 Kilometer 440 Höhenmeter. Das funktioniert mit Hilfe der Zahnradtechnik. Beim Hinauffahren wird der Zug übrigens von hinten geschoben, bei der Abfahrt gezogen bzw. gebremst. Die Achenseebahn ist die älteste Dampf-Zahnradbahn Europas, die Dampflokomotiven sind seit 125 Jahren im Einsatz und haben die klingenden Namen Theodor, Hermann, Georg und Hannah. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten. In Seespitz am Achensee angekommen bietet sich eine Fahrt mit der Achensee-Schifffahrt an. Bei Schönwetter am Besten mit dem Schiff bis zur Gaisalm fahren. Von dort entlang des wunderschönen, teils schroffen, ausgesetzten Wanderwegs entlang des Achensee Ufers bis Achenkirch wandern und von dort das Achenseeschiff zurück nach Seespitz nehmen. Die Wanderung von der Gaisalm bis Achenkirch dauert ca. 1,5 Stunden. Wer lieber länger wandert kann schon bei Pertisau von Bord gehen und von Pertisau über die Gaisalm bis Achenkirch wandern. Der Streckenabschnitt Pertisau-Gaisalm ist weniger anspruchsvoll als die Strecke Gaisalm-Achenkirch. Die 9 Kilometer können in 2,5-3 Stunden zurückgelegt werden (ohne Pause in der Gaisalm). http://www.achenseebahn.at, http://www.tirol-schiffahrt.at/

2.  Die Zillertalbahn: Pendlerzug und Dampflok

Eine ideale Kombination: Radwandern entlang des Zillertal Radwegs & die Hälfte der Strecke mit der Zillertalbahn fahren. Ideal für Familien. (Copyright: Zillertal Tourismus, Florian Schneider)

Eine ideale Kombination: Radwandern entlang des Zillertal Radwegs & die Hälfte der Strecke mit der Zillertalbahn fahren. Ideal für Familien. (Copyright: Zillertal Tourismus, Florian Schneider)

Die Zillertalbahn verbindet Jenbach mit Mayrhofen im Zillertal und wird auch von Pendlern viel genutzt. Im Sommer (von Juni bis Oktober) werden die Bahnhöfe zwei Mal täglich von der Dampflokomotive angefahren, im Winter kommen nur Diesellokomotiven zum Einsatz. Hin und wieder wird auch der Swarovski Kristallwagon angehängt. Ein schöner Tagesausflug für Genussradler ist sicher die Fahrt mit dem Rad entlang des sehr flachen und auch für Familien geeigneten Zillertal-Radwegs. Am Besten man fährt mit der Zillertalbahn bis Mayrhofen und ab dort mit dem Rad entlang des Zillertal Radwegs bis Strass und dann entlang des Innradwegs weiter bis Jenbach. Man kann aber natürlich jederzeit an einem der Bahnhöfe im Zillertal in die Zillertalbahn einsteigen und sich zurück nach Jenbach bringen lassen. Je nach Lust und Laune. Die Fahrräder werden kostenlos transportiert. Wer kein eigenes Rad hat, kann diese an einem der Bahnhöfe ausleihen (Citybikes, Kinderräder, Kindersitze, Helme) und zurückgeben. http://www.zillertalbahn.at/

 

Die Bergstation der von der Architektin Zaha Hadid konzipierten Hungerburgbahn. (Copyright: Tirol Werbung, Stefan Dauth)

Die Bergstation der von der Architektin Zaha Hadid konzipierten Hungerburgbahn. (Copyright: Tirol Werbung, Stefan Dauth)

Vom Stadtzentrum mitten in die Berge. Das gibt es so wohl nur in Innsbruck! Los geht’s direkt beim Kongresshaus im Stadtzentrum mit der Hungerburgbahn bis hinauf zum Innsbrucker Stadtteil Hungerburg. Die Hungerburgbahn ist ein technisches Highlight, fungiert sie ja teilweise als U-Bahn und teils als Seilbahn. Am besten in den letzten Wagon bzw. die letzte Gondel steigen. So hat man den besten Blick hinunter in die Stadt. Die von der irakischen Architektin Zaha Hadid geplanten Stationen, die Gletschermoränen ähneln, sind ein weiterer Blickfang bei dieser Fahrt über die Stadt. http://www.nordkette.com/

Im Stadtteil Hungerburg, der ca. 300 Meter oberhalb von Innsbruck liegt, steigt man in die Nordkettenbahn um fährt hinauf bis auf 2.300 Meter zum Hafelekar. Warm anziehen nicht vergessen, auch wenn es in der Stadt heiß ist. Dort oben hat es mindestens 10 Grad weniger als im Tal. Der Blick auf die Stadt und in Richtung Norden in den Naturpark Karwendel ist einzigartig und spektakulär. Wer will kann in ca. 20 Minuten bis zum Gipfelkreuz aufsteigen. http://www.nordkette.com/

 

Nützliche Websites:

Verkehrsverbund Tirol (=alle öffentlichen Verkehrsmittel, Bus, Bahn, Regionalbusse, etc. inkl. Fahrplanauskunft, Preise, etc. auf einer Website): http://vvt.tirol.at

Österreichische Bundesbahnen: http://www.oebb.at

Stadtverkehr Innsbruck: http://www.ivb.at

 

5 Kommentare

  • Ingrid
    Ingrid
    Die Fahrt ins Stubaital kann man auch perfekt mit einer Mountainbike-Tour kombinieren. Hier mein persönlicher Tipp: http://www.blogtirol.at/2012/06/mountainbike-almenrunde-im-stubaital/
    • Mari
      Wow! Diese Landschaften sind wirklich spektakulär. Was ich am meisten vermisse in Österreich, ist die Natur ( besonders die Berge) ;-)
  • Esther
    Danke Ingrid für den Tipp!
  • Werner
    Ich habe das Glück in so einem Kleinen wunderschönen Paradies geboren zu sein und komme immer wieder in den Urlaub
    • Esther
      Das freut mich Werner!