(Foto: Andy Knabl)

Inspirationsquelle für Kletterer: Das Kletterzentrum in Imst

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Wie im Tiroler Städtchen Imst 1997 die damals größte Kletterhalle Österreichs entstand und warum sich dort am 31. Juli und 1. August 2015 zum mittlerweile zwölften Mal die besten Kletterer der Welt treffen, erzählt uns Helmut Knabl in diesem Gastbeitrag für BlogTirol. Er hat die Kletterhalle Imst mit aufgebaut, unterrichtet an der Sportmittelschule Imst mit dem Schwerpunkt Sportklettern und ist selbst seit 40 Jahren kletternd und auf Skitouren in den Bergen unterwegs. Helmut Knabl ist derzeit Vizepräsident des Internationalen Kletterverbandes. Hier erzählt er, wie das Kletterzentrum Imst in 18 Jahren zum Fixpunkt für die internationale Kletterszene wurde:

Drinnen und Draußen auf künstlichen Wänden hoch hinauf im Kletterzentrum Imst

1997 hat für Imst das Kletterzeitalter so richtig begonnen. Mit der Eröffnung der damals größten Kletterhalle Österreichs begann eine Klettergeschichte, die weltweit nichts Vergleichbares zu erzählen hat.

Bereits in der Planungsphase für die Kletterhalle gab es riesige Diskussionen. Kaum jemand glaubte an den Erfolg dieser Idee. Einzig der damalige Imster Bürgermeister Manfred Krismer war überzeugt davon, die Idee von Mike Gabl, eine Wettkampf- und Trainingskletterhalle zu erreichten, umzusetzen.

Wirtschaftlich brachten die ersten Jahre genau das, was die Pessimisten angekündigt hatten und so führte die Stadt Imst ab 1. Juni 1999 den Betrieb der Halle wieder selbst, ehe am 1. September 2002 Knabl Susi die Kletterhalle von der Stadt pachtet und diese bis jetzt, mit Hilfe begeisterter Mitarbeiter und ihrer Familie, führt. Das Konzept Kletterhalle, Klettershop und Sportcafe als eine Einheit zu betreiben ist aufgegangen.

Helmut Knabl wirft einen Blick auf die Geschichte des Kletterzentrums in Imst. (Foto: Helmut Knabl)

Helmut Knabl wirft einen Blick auf die Geschichte des Kletterzentrums in Imst. (Foto: Andy Knabl)

Sportlich hat die Kletterhalle Imst ihre Ziele mehr als erreicht. Kletterer aus der Region Imst konnten unzählige Österreichische Meistertitel erreichen. Das jüngste Beispiel ist Jana Rauth mit dem Österreichischen Meistertitel in der U 14 Klasse.

Die Internationale Erfolgsliste kann sich sehen lassen. Angela Eiter wurde vier Mal Weltmeisterin, ist die erfolgreichste Weltcupkletterin der Welt, holte sich mehrmals den Rock Master Titel und wurde beim Heimbewerb in Imst Europameisterin. Bettina Schöpf war die erste Österreicherin, die einen Europameistertitel erringen konnte, in der Kletterhalle Imst wurde sie 1997 erste Jugendweltmeisterin.

Mit viel Engagement und Unterstützung durch die Stadt Imst entstand ein echtes Kletterzentrum. Zuerst wurde Indoor eine 22 Meter hohe Wand dazu gebaut, ein neuer Boulderraum kam hinzu und dann begann man Wandteile auszutauschen, die Boulderhöhle wurde durch eine moderne Boulderanlage ersetzt und der Kletterhimmel im oberen Stockwerk der Kletterhalle errichtet, sowie der Toprope-Bereich erweitert.

Das Konzept, die Kletterhalle, den Klettershop und ein Sportcafe als eine Einheit zu betreiben, ist aufgegangen. (Foto: Andy Knabl)

Das Konzept, die Kletterhalle, den Klettershop und ein Sportcafe als eine Einheit zu betreiben, ist aufgegangen. (Foto: Andy Knabl)

Die große Erweiterung fand 2010 mit dem Bau der Outdoorkletteranlage, dem Sonnendeck, statt. Damit sicherte man den Fortbestand von Imst als internationale Wettkampfstätte, denn auf Grund der immer größer werdenden Klettergemeinde war die Indoorhalle für internationale Wettbewerbe nicht mehr geeignet, sprich groß genug.

Die Outdoorkletteranlage "Sonnendeck" in Imst. (Foto: Andy Knabl)

Die Outdoorkletteranlage „Sonnendeck“ in Imst. (Foto: Andy Knabl)

Seit 1997 verging kein Jahr ohne internationale Bewerbe in Imst und man hat immer wieder Meilensteine bei der Durchführung von Bewerben gesetzt. Vier Jugendweltmeisterschaften konnten durchgeführt werden, elf Weltcups im Vorstieg, die Europameisterschaft im Vorstieg und Speed, Jugend EM, seit 1998 jährlich ein Jugendeuropacup, das Youth Color Climbing Festival (siehe Foto unten) oder die Europameisterschaft der Executive fanden statt. Aber nicht nur auf internationaler Ebene gab es tolle Events. Die Schuloympics Bouldern und die ARGE Alp Meisterschaft wurden in Imst aus der Taufe gehoben. Dass auch zahlreiche nationale Bewerbe in Imst organisiert wurden, war immer auch Ziel des Alpenverein Imst.

Das Team vom Alpenverein Imst mit all seinen tollen Helfern sorgt dafür, dass die Bewerbe immer Bestens ablaufen und international sehr wegen der perfekten Organisation gelobt und anerkannt werden.

Mit dem Kletterzentrum und den vielen Klettergärten rund um Imst hat sich ein wahres Klettereldorado entwickelt. Egal ob Regen, Schönwetter oder Kälte, in Imst kann man immer Klettern. Ob drinnen oder draußen entscheidet jeder selber.

Drinnen, in der Halle oder Draußen, unterm Dach am Sonnendeck, gibt es, betreut durch Andy Knabl, ständig neue Routen zum Klettern und somit wird es für reine Kunstwandfreaks auch immer wieder neue Herausforderungen geben.

Am 31. Juli und 1. August 2015 kommen die Stars der Kletterszene wieder zum nun 12. IFSC Kletterweltcup im Lead nach Imst. Man will sich wieder einmal auf der Siegerliste des Imster Kletterweltcups eintragen. Angy Eiter, David Lama, Adam Ondra, Muriele Sarkany, Francoise Legrande, um nur einige zu nennen, standen im Imst schon ganz oben am Podest. 2016 steht Imst bereits fix im Weltcupkalender und es wird auch für die Jugend wieder internationale Bewerbe geben.

Auf www.kletterzentrum-imst.com und auf der facebook-Seite gibt´s die aktuellen Infos zum Kletterzentrum Imst.

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