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Viele Sagen, ein Schloss: Das sagenumwobene Schloss Tratzberg

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Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim... Zum Autor

Seit einem halben Jahrtausend thront nördlich des Inns eine hervorragend erhaltene Renaissance-Schlossanlage, erbaut von den Brüdern Tänzl um das Jahr 1500. Als Hommage an ihre Auftraggeber, das Haus Habsburg, errichteten die Brüder den so genannten Habsburgersaal, der über alle vier Wände den Stammbaum der Habsburger nachzeichnet. Später fiel das Schloss der Augsburger Handelsfamilie Fugger zu, noch heute erinnern die Fuggerstube und die Fuggerkammer an diese Zeit. Nachdem bayerische Soldaten das Schloss Anfang des 19. Jahrhunderts im plünderten und das Mobiliar teilweise zerstörten, machte es die Familie Enzenberg wieder bewohnbar. Das Schloss ist heute noch im Besitz dieser Familie. Ulrich Goëss-Enzenberg und seine Gattin Katrin Goëss-Enzenberg residieren seit 1991 hier und haben Teile des Schlosses auch für Besucher freigegeben.

Bei einem Besuch auf Schloss Tratzberg lässt sich ein Spaziergang durch den herbstbunten Wald mit einem absolut lohnenden Ausflug in die Kulturgeschichte verbinden. Wer war schon einmal dort?

Posted by Tirol – Herz der Alpen on Freitag, 9. Oktober 2015

 

Sagenumwobenes Schloss

Ebenso spannend wie die tatsächliche Geschichte von Schloss Tratzberg sind die Sagen, die dieses Bauwerk umgeben. Auszüge dieser Sagengeschichten aus dem TiroLexikon gibt’s hier in Kurzform zum Nachlesen:

Der Plafond im „Königinzimmer“

Von dem diesen Raum schmückenden Plafond wird erzählt, dass sieben Tischler und sieben Gesellen sieben Jahre und sieben Monate daran gearbeitet hätten und, vorausgesetzt, daß man wüßte, wo der Anfang zu machen wäre, man den ganzen Plafond wie ein Zusammensetzspiel wieder zerlegen und auf sieben Fuhren verladen könnte.

(Quelle: Tratzberg, Vorgeschichte und Sagen, Sieghard Graf Enzenberg, in: Jenbacher Buch, Schlern-Schriften, Innsbruck 1953, S. 179 – 186.)

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Der Ritter im unterirdischen Gang In die Zeit, da die Freundsberger Tratzberg hatten, ist wohl auch die Sage vom unterirdischen Gang zu verlegen, der von Tratzberg unter dem Inn nach Schwaz geführt haben soll. In der Mitte dieses unterirdischen Weges sei jedoch ein Ritter gesessen, der jedem mit dem Schwert den Kopf abschlug, der an ihm vorbei wollte. Diese Sage wird mit den Stollenbauten zusammenhängen, die in der Schwazer Gegend so lebhaft betrieben wurden. (Quelle: Tratzberg, Vorgeschichte und Sagen, Sieghard Graf Enzenberg, in: Jenbacher Buch, Schlern-Schriften, Innsbruck 1953, S. 179 – 186.)

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365 Schlossfenster

Zu den im Volk beliebten Sagen gehört auch, daß Tratzberg so viel Fenster habe, als das Jahr Tage zählt.

(Quelle: Tratzberg, Vorgeschichte und Sagen, Sieghard Graf Enzenberg, in: Jenbacher Buch, Schlern-Schriften, Innsbruck 1953, S. 179 – 186.)

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Diese und weitere Sagengeschichten rund um das Schloss Tratzberg könnt ihr im TiroLexikon nachlesen.

Das Schloss Tratzberg ist auch für Besucher zugänglich. Weitere Infos findet ihr hier: www.tirol.at/a-schloss-tratzberg

(Titelfoto: W9 Studios, Tirol Werbung)

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