Advent, Advent, ein Lichtlein brennt….

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Alle Jahre wieder freue ich mich auf Eines ganz besonders: die Adventszeit. Wenn es draußen schon dunkel ist, vielleicht sogar schon der erste Schnee liegt und wir uns es zuhause gemütlich machen, lebt in unserer kleinen Familie eine Tradition auf, die ich heute gerne mich Euch teilen möchte: das Adventfeiern. Für mich gibt es keine schönere Einstimmung auf Weihnachten (und die Kinder lernen so ganz nebenbei auch einige Weihnachtslieder :-) )

Julia

Julia König bändigt zwei kleine, aber umso wildere Jungs und ist... Zum Autor

Wenn die Kinder am Tisch sitzen, machen wir alle Lichter im Haus aus, damit es auch wirklich finster ist. Bevor die erste Kerze angezündet wird, singen wir

Wir sagen Euch an
Den lieben Advent
Seht nur die erste Kerze brennt……“

Während des Singens zünden wir die Kerze(n) an und es ist immer wieder schön, wie die Kinder mit großen Augen dem Flackern folgen :-)

Avent, Advent, ein Lichtlein brennt
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier
Dann steht das Christkind vor der Tür.

…und jetzt endlich beginnt die eigentliche Geschichte (die Erzählerstimme schreib ich jetzt mal kursiv):

Zu Weihnachten feiern wir Jesus Geburt, und dazu gibt es eine Geschichte, die geht so:

Als Maria hochschwanger war und einen kugelrunden Babybauch hatte, verlangte der Kaiser, dass alle Menschen in ihren Geburtsort gehen mussten, um sich zählen zu lassen. Weil Josef aus Betlehem war, machten sie sich also auf den langen Weg von Nazareth nach Betlehem. Maria durfte auf dem Esel reiten, weil sie vor lauter Babybauch nicht mehr so weit gehen konnte. Als sie in Betlehem ankamen, spürte Maria, dass das Baby auf die Welt kommen wollte und sie sagte: „Josef, lieber Josef, das Baby kommt gleich.“ Aber damals gab es noch nicht so viele Krankenhäuser und sie mussten schauen, dass sie so schnell wie möglich ein Zimmer finden. Dazu gibt es ein Lied, und das geht so:

Wer klopfet an?
„O zwei gar arme Leut!“
Was wollt ihr dann?
„O gebt uns Herberg heut
O, durch Gottes Lieb wir bitten
öffnet uns doch eure Hütten
O nein, nein, nein!
„O lasset uns doch ein!“
Es kann nicht sein
„Wir wollen dankbar sein!“
Nein, nein, nein
es kann nicht sein
Da geht nur fort
ihr kommt nicht rein

Da musste Maria bitterlich weinen und das sah ein Bauernjunge, der großes Mitleid hatte. Der Bub rannte zu seinem Vater und erzählte ihm, dass in der Stadt zwei arme Menschen nach einer Herberge suchen. Auch der Bauer hatte Mitleid und erlaubte Josef und Maria, dass sie in ihrem Stall schlafen dürfen. Er hätte sie sehr gern bei sich aufgenommen, aber weil ja die ganzen Leute zur Volkszählung in Betlehem waren, hatte auch er keinen Platz zum Schlafen für die Beiden. Aber im Stall war es warm, denn dort lebten ein Ochs und Schafe und der Esel hatte auch Platz.
So geschah es, dass Jesus in ebendiesem Stall geboren wurde. Und in dem Moment, als Jesus also auf die Welt kam, öffnete sich der Himmel, ein großer Stern erstrahlte und haufenweise Engelen erschienen am Himmelszelt. Und auch dazu gibt es ein Lied:

Es hat sich halt eröffnet, das himmlische Tor
Die Engelen, die kugelen ganz haufenweis hervor
Die Biabelen, die Madelen, die machen Purzigagelen
Bald aufi, bald abi, bald hin und bald her
Bald unterschi, bald überschi, des gfreit so umso mehr
Halleluja, halleluja, halle, halle, halleluja

Maria und Josef haben sich sehr gefreut, dass ihr Kind Jesus endlich auf der Welt war und die Engelen und der liebe Gott auch und weil Freude noch größer und schöner ist, wenn man sie teilt, wollten die beiden Eltern, dass ganz ganz viele Menschen das kleine Jesuskind besuchen kommen.

Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all’!
Zur Krippe her kommet in Betlehems Stall
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht.

Und die Kinder sind gekommen und haben das kleine Christuskind bestaunt und Maria und Josef wollten ihren Knirps noch mehr Menschen zeigen und so baten sie die Engel doch noch ein Lied für sie zu singen und die Engel haben sich natürlich gefreut, weil sie sich ja auch so über die Geburt von Jesus gefreut haben und weil Engel nun mal gerne singen.

Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun,
kommet, das liebliche Kindlein zu schaun,
Christus, der Herr, ist heute geboren,
den Gott zum Heiland euch hat erkoren.
Fürchtet euch nicht.

Und die Hirten kamen. Den Stall konnten sie ganz leicht finden, weil sie ja nur dem großen Stern folgen mussten und die Engel so laut gesungen haben. Und auch sie haben sich sehr über die Geburt von Jesus Christus gefreut. Aber weil sie auch ihre Schafe dabei hatten und die vor lauter Aufregung ganz wild durcheinander geblökt haben, ist es dem Jesuskind dann doch ein bisschen zu laut geworden und weil es ja noch ein Baby war, hat es ganz ganz laut geweint. Und da haben die Engelen wieder ein Lied gesungen:

Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will.
Maria tut es niedersingen,
Ihre große Liab dabringen,
Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will.

Aber der kleine Jesus wollte sich, wie alle Babys eigentlich und wie ihr als Babys manchmal auch, einfach nicht beruhigen und so haben auch die Hirten ein Lied angestimmt und die Engel haben natürlich gleich mitgesungen:

Es wird scho glei dumpa, es wird scho glei Nocht,
Drum kim i zu dir her, mei Heiland auf d’Wocht.
Will singan a Liadl, dem Liabling dem kloan,
Du mogst jo ned schlofn, i hear die lei woan.
Hei, hei, hei, hei!
Schlaf siaß, herzliabs Kind!

Und da ist das Jesuskind wirklich eingeschlafen. Und die Kinder und Hirten mit ihren Schafen und alle anderen auch haben es nochmal kurz bewundert und sind dann mit viel Freude und Hoffnung wieder heimgegangen und auf ihre Weiden. Und ganz leise haben die Engel noch ein letztes Lied gesungen:

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft; einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

Ich wünsche Euch allen eine schöne und besinnliche Vorweihnachtszeit!

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