Entzückt von seinem Tiroler Christbaum – Papst Johannes Paul II

Ein Tiroler Christbaum für den Papst

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Wusstet ihr, dass der erste ausländische Christbaum 1983 am Petersplatz ein Geschenk aus Tirol war? Und dass heute noch jeder päpstliche Christbaum in einem Tiroler Sockel steht?

 

Fabienne

Fabienne ist Tirol Werberin aus Leidenschaft. War früher ständig... Zum Autor

Am Anfang war … die Idee. Wilfried Egger (†), ehemaliger Kollege und leidenschaftlicher Tirol Werber, hatte sich etwas in den Kopf gesetzt: er wollte dem Papst einen Christbaum schenken! Dass er dabei zahlreiche Hindernisse und Schwierigkeiten überwinden musste, war ihm egal. Er fand für jedes Problem, so groß es auch war, eine Lösung – beispielsweise für die Tatsache, dass der Baum nicht einfach ins Kopfsteinpflaster des Petersplatzes eingesetzt werden konnte (so wie das in der Innsbrucker Altstadt üblich ist).

Der Baum vor dem Transport nach Rom

Der Baum vor dem Transport nach Rom

 

Plan für den Betonsockel

Plan für den Betonsockel

Und schließlich war es vor über 30 Jahren Anfang Dezember 1983 soweit – Wilfried Egger reiste gemeinsam mit offiziellen Vertretern des Landes Tirol nach Rom und übergab den Tiroler Christbaum an den damaligen Papst Johannes Paul II – inklusive riesigem Betonsockel, in dem der Baum sicher aufgestellt werden konnte. Für die musikalische Begleitung sorgten die Wiltener Sängerknaben – sie hatten sogar extra ein polnisches Weihnachtslied einstudiert (für jene, die sich nicht mehr daran erinnern: Papst Johannes Paul II war gebürtiger Pole) und waren in einer der bekanntesten Sendungen der RAI zu Gast. Dass die Kinder dabei den Weg durch die Hintertür ins Studio fanden, spielte nach dem grandiosen Auftritt keine Rolle mehr – die bürokratischen Wege zur Erteilung einer Genehmigung inklusive „Passierschein“ für jeden einzelnen Sängerknaben waren in Italien zu lang und zu steil, deshalb entschied die damalige Moderatorin Raffaella Carrà kurzerhand, den Chor durch den Hintereingang ins Studio zu schleusen …

Eine Audienz beim Papst, die ehemaligen Tirol Werber Andreas Braun, Wilfried Egger und Ingeborg Miotti

Eine Audienz beim Papst, die ehemaligen Tirol Werber Andreas Braun, Wilfried Egger und Ingeborg Miotti

Den ebenfalls aus Tirol stammenden Weihnachtsbaum für die Privatgemächer des Papstes haben die beiden in Italien verheirateten Tirolerinnen Helma Poggini und Ingeborg Miotti verziert. Der Schmuck war von behinderten Kindern im Elisabethinum in Axams bei Innsbruck in Handarbeit hergestellt worden. Außerdem erhielt der Papst eine Krippe, die der Zillertaler Land- und Gastwirt Hermann Wildauer aus über 200 Jahre altem Tiroler Zirbenholz in liebevoller Handarbeit geschnitzt hatte.

Die Nachricht über diese Tiroler Christbaumaktion ging damals um die Welt, sogar in Japan wurde darüber berichtet. Seitdem wetteifern unterschiedliche Destinationen darum, den päpstlichen Christbaum am Petersplatz zur Verfügung stellen zu dürfen. Und der Heilige Vater darf sich jedes Jahr über einen Baum anderer Herkunft freuen. Dieses Jahr kommt er übrigens aus unserem Nachbarland Bayern und steht immer noch in jenem Sockel aus Tirol, der vor über 30 Jahren gemeinsam mit dem Tiroler Christbaum seinen Weg nach Rom auf den Petersplatz fand.

Brauchtum, Winter

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