Weihnachtliches Keksebacken mit Freunden – alte Rezepte & mehr

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Christina

Mit ihrem Blick für Details erkundet Christina Schwemberger Land,... Zum Autor

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich keine leidenschaftliche Weihnachtskekse-Bäckerin bin. Trotzdem bin ich alle Jahre wieder relativ motiviert in das Projekt Vanillekipferl, Mürbteig-Kekse & Co gestartet – hauptsächlich wegen den leuchtenden Augen meiner Kinder beim Teigausstechen.

Mia backen1Das Leuchten bekam ich auch jedes Mal. Ziemlich genau eine Stunde lang. Dann war ich plötzlich allein. Mit einem Berg aus Teigmasse, der einfach nicht kleiner wurde, obwohl ich schon gefühlte hundert Kekse ausgestochen hatte. Mit Teigresten unter dem Tisch und an den Unterseiten der Socken.

Meistens beschloss ich nach einer weiteren Stunde, das Fertigbacken auf den nächsten Tag zu verschieben. Beruhigt von diesem Plan deponierte ich den restlichen Teig in den Kühlschrank – um die bestens gekühlte Masse dann ein paar Tage später elegant im Biomüll zu entsorgen.

Geschmacklich waren die Kekse, die es „geschafft“ hatten, immer lecker. Warum die Kinder trotz der Schüssel selbstgebackener Kekse am Küchentisch nach Maltesers und Toffifees gefragt haben?
Reiner Zufall natürlich. Was denn sonst.

Mia und Leni

Gemeinsam macht es einfach mehr Spaß.
Heuer habe ich wieder gebacken. Aber dieses Mal war es anders, viel besser! Zusammen mit meinen Teamkolleginnen der Tirol Werbung haben wir uns im schönen Stubaital getroffen, um gemeinsam zu backen. Wegen dem „Leuchtenden-Kinderaugen-Effekt“, der zur Adventszeit einfach dazu gehört, musste meine Tochter Mia auch noch unbedingt mit.

Das Ergebnis?
Bérénice und Janine sind richtige Backprofis. Leni, Julia und ich ließen uns von ihrer Backlust anstecken. Somit wurde es ein vorweihnachtlicher Freitag-Nachmittag mit Kolleginnen, die längst Freundinnen sind. Ein paar Stunden, die viel mehr waren als nur Zeit zum Kekse-Backen… quatschen, lachen, naschen. Bei Früchtepunsch und sanften Weihnachtsliedern. Mit dem Ergebnis von optisch perfekten Keksen, die auch so schmecken! Und neben denen Maltesers & Co niemals im Leben bestehen können. Ein gutes Team ist eben nicht nur im Berufsalltag erfolgreich…

Team1sw

von links nach rechts:
Helene alias Leni, ich, Janine, Julia, Bérénice (Foto by Mia)

Welche Kekse haben wir gebacken?
Linzeraugen, Florentiner, Vanillekipferl und Rumkugeln sind Klassiker, die jeder kennt. Trotzdem sind sie in diesem Fall etwas ganz Besonderes. Diese Rezepte hat uns nämlich Bérénices Tante und Goti Karoline, Bezirksbäuerin für Innsbruck Stadt und Land und selbst leidenschaftliche Bäckerin, freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Sie stammen von ihrer Urgroßmutter, die schon damals wusste, dass die Wahl der richtigen Zutaten und deren behutsame Verarbeitung den feinen Unterschied machen. Das ist auch der Grund, dass zum Beispiel einfache Linzeraugen so köstlich schmecken, als würde man sie zum ersten Mal probieren.
Die Rezepte für den Lebkuchen, den Eierlikör-Kugeln und den Tiroler Bergspitzen haben wir aus dem Netz.

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Karoline mit ihren Keksen, gebacken nach Uromas Art.


Und los geht’s.

MANDEL-FLORENTINER
Sehr süß, aber wer Karamell liebt, kommt an diesen Keksen nicht vorbei!

Florentiner

Zutaten für 2-3 Bleche (Je nachdem wie dünn man sie am liebsten mag)
200 g Sahne
200 g Zucker
200 g Honig
200 g Butter
200 g gehobelte Mandeln

So einfach geht’s
Butter, Zucker, Honig und Sahne in einen Topf geben und köcheln lassen, bis sich der Wassergehalt der Sahne reduziert. Probe: Mit einem Teelöffel wenig Masse in eine Schale kaltes Wasser tropfen. Die Sahne sollte sich nicht mit dem Wasser vermischen, dann ist es richtig. Mandelblättchen in die kochende Masse rühren, Masse noch warm auf ein Bleck mit Backpapier streichen. Im Rohr bei 175°C ca. 15 Minuten (Heißluft) backen, bis die Masse goldgelb ist. Noch warm in Stücke schneiden oder Scheiben ausstechen.

Unser Tipp: Je nach Geschmack kann man die Unterseite der Florentiner mit Schokolade überziehen.

Bere Florentiner rühren

Die Florentiner Masse köchelt

Florentiner Masse

Sieht einfach lecker aus

LINZERAUGEN
Der Klassiker unter den Keksen. Die gehören auf jeden weihnachtlichen Kekseteller.Linzer Augen

Zutaten für ca. 2 Bleche fertige Kekse
100 g geriebene Mandeln
100 g Zucker
200 g Butter
250 g Mehl
Saft einer 1/2 Zitrone
Marmelade zum Füllen je nach Geschmack (wir bevorzugen Tiroler Marille)
Staubzucker zum Bestreuen

So einfach geht’s:
Alle Zutaten zu einem Teig verkneten und diesen mit Klarsichtfolie bedeckt ca 2 Stunden im Kühlschrank rasten lassen. Den Teig dünn ausrollen und zu runden Keksen ausstechen. Bei der Hälfte davon die drei für Linzer Augen üblichen Löchern ausstechen und alle bei mittlerer Temperatur (150 Grad, Heissluft) hellgelb backen. Die ausgekühlten ganzen Kekse mit der Marmelade bestreichen, die mit Staubzucker bestreuten gelochten Scheiben darauf setzen.

Unser Tipp: Statt drei Löcher haben wir ein größeres in der Mitte ausgestochen. Sieht ein wenig anders aus, schmeckt aber genauso lecker. Außerdem werden aus den ausgestochenen Teilen niedliche kleine Mürbteigkekse.

Mia Eigenkreation2

Eigenkreationen mit dem Teig für die Linzer Augen sind natürlich jederzeit möglich

Eigenkreation Mia

Huch, wer ist denn das? Die Oma? Tante Inge? Nein, einfach nur ein Gesicht. Nicht zum Backen geeignet, aber so viel Kreativität sollte man nicht stoppen.


RUMKUGELN
Darf in einer weihnachtlichen Kekse-Kollektion nicht fehlen.

Rumkugeln

Zutaten für 30 Stück:
100 g Butter
100 g Staubzucker
200 g Vollmilchschokolade
100 g Dunkle Schokolade
5 EL Rum
Schokostreusel

So einfach geht’s:
Die Butter mit dem Staubzucker schaumig rühren. Die Schokolade über dem Wasserbad schmelzen, etwas abkühlen lassen und nach und nach mit dem Rum in die Butter-Staubzuckermischung einrühren. Die Masse erkalten lassen. Aus der festen Schokoladenmasse Kugeln formen (das geht am besten mit nassen Händen) und in  Schokostreusel wälzen. Auch geröstete Nüsse, Staubzucker, Kristallzucker oder bunte Streusel sind möglich. Mit Schokolade und Gold überzogen sehen sie besonders edel aus. Die Rumkugeln gibt man danach in Papiertütchen. Kühl stellen, bis die Kugeln komplett fest geworden sind.

Unser Tipp:
Die Masse sollte schon relativ fest sein, bevor man die Kugeln formt. Wenn man zu früh mit dem Formen beginnt, ist es schwieriger, da viel an den Händen kleben bleibt. Deshalb wäre es am besten, die Masse über Nacht zu kühlen.

Schoki schmelzen1

Das langsame Schmelzen der Schoki erfordert etwas Geduld.

zuschauen

Nur zuschauen ist zwischendurch auch ganz fein


VANILLEKIPFERL

Die Lieblinge aller Kinder (zumindest die ich kenne)Vanillekipferl

Zutaten:
250 g Mehl
200 g Butter
160 g geriebene Mandeln
70 g Zucker
Vanillezucker

So einfach geht’s:
Zutaten zu einem Teig verkneten und mit Klarsichtfolie abgedeckt ca. zwei Stunden im Kühlschrank rasten lassen. Das Backrohr auf 170 ºC Heißluft vorheizen. Den Teig in einige gleich große Teile teilen und daraus Rollen zu ca. 1,5 cm Durchmesser machen. Diese Stränge wiederum in kleine Stücke teilen und daraus Kipferln formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und ca. 12 Minuten backen. Vanillezucker und Staubzucker vermischen und die noch heißen Vanillekipferln darin wälzen.

Unser Tipp:
Die Kipferl schmecken besonders lecker, wenn beim Vanillezucker nicht gespart wird und mit echter Bourbon Vanille gearbeitet wird.

EINFACHER LEBKUCHEN
Früher auch Honigkuchen genannt. Leckere und gesunde Zutaten, die man schmeckt.
Dieses Rezept stammt nicht von Karoline, hier haben wir ein gutes Rezept mit Netz gefunden:
Einfacher Lebkuchen
Lebkuchen

Zutaten:
300 g Roggenmehl
180 g Rohzucker
10 g Zimt
10 g Natron
20 g Lebkuchengewürz
2 Eier
80 g Honig
Milch (zum Bestreichen)

So einfach geht’s:
Alle Zutaten gut miteinander verkneten und den Lebkuchenteig am besten über Nacht bei Zimmertemperatur rasten lassen. Am nächsten Tag den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und mit Keksausstechern die gewünschten Formen ausstechen. Den Backofen auf 170 °C vorheizen. Die Figuren auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit Milch bepinseln. Im Backrohr ca. 10 Minuten backen lassen, bis sie eine schöne Farbe haben. Lebkuchen kann je nach Belieben mit Schoko- oder Zuckerglasur sowie kandierten Früchten kunstvoll verziert werden.

Unser Tipp: Beim Aufbewahren des Lebkuchens Apfelspalten beilegen, damit der Lebkuchen nicht hart wird.

Lebkuchen formen

Die großen Herzen-Ausstecher für den Lebkuchen bringen schnellen Erfolg beim Ausstechen

EIERLIKÖR-KUGELN
Nicht für Kinder, aber dafür umso mehr für die Mamas. Und natürlich anderen Erwachsenen. Schmecken köstlich – nicht nur wegen des Eierlikörs. Auch dieses Rezept stammt aus dem Netz: Eierlikörkugeln

Eierlikörkugeln

Zutaten für 40 Stück:
125 g Kokosett
125 ml Eierlikör
200 g weiße Schokolade
50 g Butter

So einfach geht’s:
Kokosett und Eierlikör gut miteinander vermischen. Während die Masse 30 Minuten rastet, Butter und Schokolade über Wasserdampf erwärmen bis die Schokolade geschmolzen ist. Weiches Schokolade-Butter-Gemisch sofort unter die Kokosmasse heben. Die Masse erkalten lassen. Kleine Kugeln formen und diese in Kokosett wälzen.

Unser Tipp: Beim Formen Hände immer wieder in kaltes Wasser tauchen, dann geht es leichter.  Masse am besten über Nacht kühlen!

Eierlikör mischen

Behutsames Mischen ist wichtig

Eierlikörkugeln formen

Nasse und kalte Hände garantieren ein leichtes Formen

TIROLER BERGSPITZEN
Dieses Rezept haben wir im Heft „Rezept des Moments“ (auch online: Rezept des Moments) von Mpreis entdeckt. Als Tirol Werber wollten wir es natürlich unbedingt probieren. Wir waren sehr gespannt, wie Tiroler Bergspitzen schmecken.

Bergspitzen

Zutaten für ca 20  Stück (je nach Größe): 
300 g Tiroler Bio-Haferflocken
100 g Alnatura Amaranth gepufft
50 g Sonnenblumenöl
100 g Agavendicksaft
150 g Vollmilchschokolade
60 g Wasser
Staubzucker zum Beschneien

So einfach geht’s
Schokolade klein hacken und mit Haferflocken, Amaranth, Öl, Agavendicksaft und dem Wasser in einem Topf vermengen. Unter ständigem Rühren auf dem Herd auf kleinster Stufe ca. 10 Minuten erhitzen, bis die Schokolade vollständig geschmolzen und die Masse klebrig ist. Etwas abkühlen lassen und anschließend mit den Händen kleine Berge formen, zum Abkühlen Beiseite stellen. Wenn die Berge vollständig ausgekühlt sind, können sie in Staubzucker getunkt werden und davon eine Schneespitze bekommen.

Unser Tipp: Das Formen der Berge war etwas schwierig, nasse Hände machen es leichter. Feinere Haferflocken wären eventuell leichter zu verarbeiten. Ein Versuch ist es wert!

Schoki reiben1

Mit einer Küchenmaschine geht das Reiben der Schoki schneller und einfacher

Schüssel rühren1

Bei der vielfachen Menge an Zutaten ist es ganz fein, wenn jemand beim Rühren die Schüssel haltet.

Bergspitzen 1

Zu dieser Jahreszeit ist das Draussen der beste Kühlschrank

Bergspitzen formen

Tiroler Berge zu formen ist schwieriger, als es aussieht

Bergspitzen draussen

Tiroler Bergspitzen kühlen am besten in ihrer natürlichen Umgebung ;-)

Bergspitzen Schnee

Tiroler Bergspitzen ohne Schnee? Im Winter niemals!

mia kosten

Mia beisst genüsslich in einen Gipfel. Er schmeckt nicht typisch nach Keks, eher nach Müsli. Aber er schmeckt!

Gemütliches Keksebacken und eine feine Adventszeit wünschen euch Bérénice, Janine, Julia, Leni, Christina und natürlich Mia :-)

Kulinarik, Rezepte

2 Kommentare

  • G E R B E R
    nein
  • Julia
    Ich wär für UNBEDINGT