Freiwillige Feuerwehr Untertilliach, Foto: Verena Kathrein

Fein sein, beieinander bleiben: Freiwillige Feuerwehr Untertilliach

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Für alle Einsätze gerüstet: Die verschworene Gemeinschaft einer Freiwilligen Feuerwehr leistet beispielhafte Dienste an der größeren Gemeinschaft des Heimatdorfes.

Irene Heisz

Die Journalistin, Autorin und Moderatorin Irene Heisz schreibt am... Zum Autor

Die Zahlen hinterlassen einen bleibenden Eindruck: Mehr als eine Viertelmillion Menschen in Österreich
ist in rund 4500 Freiwilligen Feuerwehren organisiert. Allein in Tirol rücken mehr als 30.000 Leute in
338 Freiwilligen Feuerwehren rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr zu kleinen Notfällen und großen
Katastrophen aus. Ob es die Katze ist, die ihre Kletterkünste (bzw. ihre Hinunterkletterkünste) überschätzt hat und starr vor Angst in einem Baum festsitzt. Der in seinem schlimm verunfallten Fahrzeug eingeklemmte Autolenker. Oder das hölzerne Bauernhaus, das binnen weniger Minuten in Vollbrand steht. Immer und überall lassen, sobald sie alarmiert werden, Männer und ein paar wenige Frauen alles liegen und stehen und rasen zum mitunter lebensgefährlichen Einsatz. Unentgeltlich und freiwillig. Und dazwischen üben sie regelmäßig.

Freiwillige Feuerwehr Untertilliach, Foto: Verena Kathrein

Der jüngste Untertilliacher Feuerwehrmann ist noch nicht mal 20 Jahre alt, das älteste Mitglied stolze 82. Foto: Verena Kathrein.

 

Dienst an der Gemeinschaft am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr von Untertilliach, der mit rund 260 Einwohnerinnen und Einwohnern kleinsten Gemeinde Osttirols. An den letzten Großbrand, erzählt Feuerwehrkommandant Ernst Klammer, können sich zwar nur noch die längst dienenden Mitglieder seiner 20 Mann starken Truppe leibhaftig erinnern. Aber nur weil seit 1984 nie mehr einem großen Feuer zu wehren war, heißt das ja nicht, dass nicht jederzeit etwas passieren könnte. Einmal im Monat wird gewissenhaft geübt; der jüngste Untertilliacher Feuerwehrmann, ein Teenager, muss die Routine und Erfahrung erst sammeln, die das 82-jährige älteste Mitglied als Reservist immer noch einbringen kann. Aus dem aktiven Dienst scheiden Feuerwehrmänner mit 65 Jahren aus.

Und weil Feuerwehrleute eben eine grundsätzliche Bereitschaft zum Engagement in der Gemeinde mitbringen, verwundert auch nicht, was Kommandant Klammer sonst noch zu berichten weiß: „Viele bei uns engagieren sich noch in anderen Vereinen und investieren viel Zeit für das Vereinsleben. Allein die Hälfte unserer Männer ist auch bei der Musikkapelle.“

In der Reihe „Fein sein, beieinander bleiben“ stelle ich verschiedene Tiroler Gemeinschaften vor.

Leben in Tirol, Osttirol

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