Der Weg als Ziel: Interview mit Mountainbike-Profi Lisi Osl

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Die Kette surrt, der Atem rast. Die Schotterstraße schlängelt sich über Serpentinen bergwärts. Eine Mountainbikerin klettert im Wiegetritt nach oben. Dann geht es bergab. Die Mountainbikerin erhöht das Tempo, lehnt sich nach links, dann nach rechts. Bäume fliegen vorbei, Wurzeln verwandeln sich in Minischanzen. Ein Weg, den Mountainbike-Profi Lisi Osl schon hunderte Male gefahren ist, und dennoch jedes Mal anders erlebt. Im neuen Tirol-Sommer-Imagefilm nimmt sie uns mit in die einzigartige Gefühlswelt beim Mountainbiken.

Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim... Zum Autor

Nach dem Dreh habe ich mich mit Lisi Osl gesprochen – über lange Drehtage, ihr Zuhause Kirchberg und ihren Mountainbike-Trail vor der Haustür.

Lisi, Du bist die Protagonistin im neuen Sommerfilm der Tirol Werbung. Wie war das für Dich, als die Anfrage kam?

Lisi Osl: Für mich ist das eine riesengroße Ehre, ich musste nicht lang überlegen und habe das dankend angenommen.

Wie ist es Dir beim Dreh gegangen?

Als der Regisseur gesagt hat, um 5 Uhr geht die Sonne auf und da müssen wir am Berg sein, da habe ich schon mal kurz geschluckt. Als er meinte, zum Sonnenuntergang gibt’s dann die nächsten schönen Bilder, da habe ich gewusst, es wird ein langer Tag. Das war nicht ohne, aber es waren auch super Erlebnisse, super Stimmungen dabei. Für mich eine ganz neue Erfahrung.

Du warst an manchen Drehtagen nicht hundertprozentig fit. Wie motiviert man sich da?

Ich glaube, es hatte jeder mal seine Durchhänger, das hat man auch bei den Filmleuten gemerkt. Speziell der zweite Tag war hart, weil der Erste schon ziemlich lang war. Ich habe mir gedacht, irgendwann wird die Sonne untergehen, dann ist’s vorbei (lacht). Aber die Jungs hatten von früh bis spät immer einen Schmäh drauf. Auf jeden Fall war‘s mehr Spaß als Belastung. Sie haben super gearbeitet und mich auch den ganzen Tag mit Essen versorgt.

Gedreht habt ihr bei Dir zuhause rund um Kirchberg in Tirol. Ausnahmsweise ein Heimspiel für Dich, denn Du reist für Deine Rennen sehr viel. Gäbe es da auch Orte, an denen Du gerne länger als nur fürs Rennen bleiben würdest?

Daheim ist einfach daheim, da fühle ich mich wohl. Ich komme viel herum, aber jedes Mal wieder freue ich mich, wenn ich die Koffer packe und es Richtung Heimat geht. In Kirchberg sind meine Wurzeln, meine Bekannten, meine Freunde, meine Familie und es ist ein super Mountainbike-Gebiet.

In Kirchberg ist sogar ein Mountainbike-Trail nach Dir benannt. Wie ist es dazu gekommen?

Der Tourismusverband und die Bikeacademy waren dabei, einen Trail zu bauen, als ich gerade meine erfolgreiche Saison mit dem Weltcupsieg hatte. Da haben‘s zu mir gesagt: „Der Trail kriegt Deinen Namen.“ Wahnsinn!

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Lisi Osl mit dem Filmteam. Alle Fotos: hafzoo / Andreas Hafele

Welchen Mountainbikern würdest Du den Lisi-Osl-Trail denn empfehlen?

Er ist nicht extrem schwierig, man braucht kein Downhillbike. Die Geschwindigkeit macht die Schwierigkeit. Auf jeden Fall muss man Geländeerfahrung haben. Also wenn man das erste Mal am Bike sitzt und da runterfährt, dann wird das nix. Aber ich sage mal, Durchschnittsbiker kommen da sicher runter.

Du warst ja schon Gewinnerin des Gesamtweltcups im Cross Country-Mountainbike. Welche Ziele hat man da noch?

Mein Ziel ist auf jeden Fall, immer so schnell wie möglich zu sein. Bei Großereignissen wie Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen und so weiter habe ich noch nicht die großen Erfolge in meiner Kategorie. Da möchte ich dranbleiben und versuchen, eine Medaille zu gewinnen.

Hier seht ihr das spektakuläre Ergebnis der Dreharbeiten mit Lisi Osl:

Lisi Osl im Portrait auf Sport.Tirol

Auf www.sport.tirol findet ihr ein geniales, multimediales Portrait über die zweifache Mountainbike-Gesamtweltcupsiegerin, nach der sogar ein Trail in Tirol benannt wurde.

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