Dolomitenhütte, Osttirol | © Tirol Werbung / Manuela Mörtenbäck

Natur & Genuss – Tipps für ein Wochenende in Osttirol

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Ob Forelle auf der Faschingalm, frisch gebackenes Brot und Kräutersalz am Gerlhof oder Unkrautsuppe am Strumerhof – der Genuss kommt in Osttirol definitiv nicht zu kurz. Bei einem verlängerten Wochenende rund um Lienz und Matrei konnte ich mich davon selbst überzeugen. Was all diesen Betrieben gemein ist? Freundliche Gastgeber und ein eindrucksvoller Ausblick in die Bergwelt Osttirols.

Manuela

Manuela Mörtenbäck ist stets vom Reisefieber gepackt. Die Kamera... Zum Autor

Wir starten unseren Tag mit einer Auffahrt auf das Zettersfeld. Denn hier oben beginnt er, der 3km lange Rundwanderweg, der uns in Begleitung eines kundigen Nationalpark-Rangers zu jenen Hotspots führen soll, von denen aus man üblicherweise Murmeltiere beobachten kann. Schon die Bergfahrt mit dem Sessellift ist an sonnigen Tagen ein Erlebnis für sich, das Panorama einzigartig. Und so sind wir nach Ausstieg an der Bergstation zunächst auch damit beschäftigt, die Aussicht zu bestaunen und den ein oder anderen Schnappschuss einzufangen. Doch wir sind ja hier, um Murmeltiere zu sichten und so starten wir die leichte Wanderung in gemütlichem Tempo. Immer wieder bleibt unser Nationalpark-Ranger stehen, bringt sein Fernglas in Position und deutet uns, wohin wir unsere Augen richten sollen. Gehört hatten wir das charakteristische Pfeifen schon länger und tatsächlich, es dauert nicht lange und wir haben die ersten Murmelen vor Augen. (Tipp: Gäste können im Sommer an kostenlos geführten Wanderungen mit einem Nationalpark-Ranger teilnehmen und sich die Murmeltiere von einem kundigen Guide zeigen lassen.)

Zettersfeld, Osttirol | © Tirol Werbung / Manuela Mörtenbäck

Zettersfeld, Osttirol

Wir legen nicht den ganzen Rundwanderweg zurück, denn auf uns wartet ein Mittagessen auf der Faschingalm und so machen wir uns nach rund eineinhalb Stunden Murmeltier-Spotting auf den Weg zur Alm. Wir sind hungrig und freuen uns auf die vielversprechende Einkehr – denn die Faschingalm ist bekannt für seine Forellen-Spezialitäten aus dem hauseigenen Fischteich. Mit dem Oskar, der Osttiroler Marktkartoffel, als Beilage genau das richtige nach dieser Wanderung.

Besuch am Bauernhof & in der Schnapsbrennerei

Kulinarisch wird auch unser Nachmittag, denn auf uns wartet ein Besuch des Gerlhof in Nussdorf-Debant. Der Urlaub am Bauernhof-Betrieb (ja, hier kann man auch nächtigen!) liegt auf 1.356m und offenbart einen eindrucksvollen Blick auf die Lienzer Dolomiten. Wir sind zu Besuch bei Familie Steiner, um mehr über Wildkräuter zu erfahren. Bäuerin Margit liebt es mit Kräutern zu kochen und wir dürfen gemeinsam mit ihr einen Wildkräuteraufstrich, Kräutersalz und frisches Brot zubereiten – um es anschließend natürlich gleich zu verkosten! Wir üben uns also im Brotteig rühren, Brötchen formen, sammeln Kräuter für unseren Aufstrich und haken sie zur Herstellung von Kräutersalz. Die Zeit vergeht wie im Flug und noch bevor wir das Kräutersalz fertig vermischt und abgefüllt haben, kommen auch schon unsere Brötchen aus dem Ofen. Ob’s geschmeckt hat? Und wie!

Wir beenden den Tag mit einem weiteren kulinarischen Highlight – einem Besuch der Schnapsbrennerei Kuenz in Dölsach. Der Hof an sich ist bereits einen Besuch wert, seit über 450 Jahren ist er im Familienbesitz und hat 1998 vom Land Tirol die Würde des Erbhofes verliehen bekommen. Der Obstbau und die Brennerei spielen am Kuenzhof seit jeher eine bedeutende Rolle. Hier packt die ganze Familie mit an; ein Fleiß der sich lohnt, werden die Edelbrände aus dem Hause Kuenz schon seit Jahren auf nationalen und internationalen Prämierungen mit Preisen und Medaillen ausgezeichnet. Neben den vielen klassischen Sorten, sollte man bei einem Besuch in Dölsach unbedingt den „Pregler“ probieren. Beim Pregler handelt es sich um die geschützte Bezeichnung für den Osttiroler Obstbrand aus heimischen Äpfeln und Birnen. Er ist von so großer Tradition, dass der Pregler sogar als „kulinarisches Erbe Österreichs“ geschützt ist. Und dann gibt es da noch zwei weitere Spezialitäten der Brennerei Kuenz – der „Rauchkofel – White Spirit“ und der „Roter Turm – Alpine Dry Gin“, ersterer ein Getreidebrand der noch am Anfang eines großen Whiskey steht, zweiterer ideal zum Mischen mit einem Tonic Water und von der Destillata 2015 zum besten Gin des Jahres ausgezeichnet.

Schnapsbrennerei, Osttirol | © Tirol Werbung / Manuela Mörtenbäck

Zu Besuch in der Schnapsbrennerei Kuenz

Von Unkraut und Bienen

Während sich ein Teil unserer Mädelstruppe am nächsten Vormittag beim Rafting in Ainet die eisigen Fluten der Isel stürzen, gehen wir es etwas gemütlicher an und flanieren durch das auf 976m gelegene Dorf Matrei in Osttirol. Wir spazieren durch die Straßen, besuchen den Tonlodn und dürfen in Johanns Werkstatt selbst Hand anlegen und trudeln etwas später im Talmarkt Matrei ein, um uns mit regionalen Spezialitäten einzudecken und eine kleine Marend und das hausgemachte Eis zu probieren. Die Auswahl im Bauernladen reicht von typischen Osttiroler Spezialitäten wie Speck, Schnaps und Geräuchertes bis hin zu frisch gebackenem Bauernbrot als auch regionaler Handwerkskunst. Wir verkneifen es uns, uns unseren Bauch allzu voll zu schlagen, denn mittags geht’s für uns hoch hinauf zum Kräuterwirtshaus Strumerhof. Wirtin Anna Holzer experimentiert mit Vorliebe mit Kräutern und tischt aus dem, was andere Unkraut nennen, ganz besondere Gerichte auf. Kein Wunder also, dass hier Gerichte wie Gamsknöderl in Kamille-Sherry-Suppe, Brennesselknödel, Wiesenlasagne, Quendl-Hendl, Schafgarbencampari oder etwa die Unkrautsuppe auf der Karte stehen. Was anfangs vielleicht noch etwas ungewöhnlich klingen mag, stellt sich aber schnell als gelungene Kreationen heraus und so lassen wir es uns auf 1.450m mit Blick über Matrei richtig gut gehen.

Strumerhof, Osttirol | © Tirol Werbung / Manuela Mörtenbäck

Ausblick vom Strumerhof

Frisch gestärkt und ausgeruht, machen wir uns auf den Weg nach Leisach, um Konrad Trojer einen Besuch abzustatten. Konrad ist Imker, und das seit 35 Jahren. Er hat drei Meisterausbildungen, ist Wanderlehrer für Bienenwirtschaft und bildet ImkerInnen aus. Auf seinem Hof erfahren wir alles über das Leben der Bienen, deren Produkte und Nutzen für die Umwelt. Gäste kommen oft unbewusst in Kontakt mit Konrads Imkerei, denn er ist Lieferant für das regionaltypische „Osttiroler Frühstück“, welches in vielen Betrieben auf den Frühstückstisch kommt. Wenn Konrad erzählt, wird schnell klar, dass die Imkerei für diesen Mann nicht nur ein Beruf, sondern vielmehr seine Leidenschaft ist, die er mit großer Freude an interessierte Besucher weitergibt…

Imkerei Trojer, Osttirol | © Tirol Werbung / Manuela Mörtenbäck

Zu Besuch bei Imker Konrad Trojer

Ausklang auf 1.620m

Wir nutzen die verbleibende Zeit am Nachmittag, um im Hotel kurz durchzuschnaufen und brechen am frühen Abend auf in Richtung Dolomitenhütte. Wir wollen rechtzeitig oben sein, auf 1.620 m, um den Sonnenuntergang in den Lienzer Dolomiten in dieser eindrucksvollen Lage zu erleben. Die Dolomitenhütte liegt auf einem Felsvorsprung, nicht nur die Aussichtsterrasse sondern besonders die im Untergeschoss liegenden Zimmer sind ein echtes Highlight – voll verglast lässt es sich hier wortwörtlich inmitten der Berge schlafen. Als die Sonne hinter den gegenüberliegenden Bergspitzen verschwindet, betreten wir die Gaststube, um mit einem vielfältigen Schmankerlessen den Abend und somit das Wochenende in Osttirol ausklingen zu lassen. Und wo würde sich das besser eignen, als hier oben?

Dolomitenhütte, Lienzer Dolomiten, Osttirol | © Tirol Werbung / Manuela Mörtenbäck

Die Dolomitenhütte in den Lienzer Dolomiten

Dolomitenhütte, Lienzer Dolomiten, Osttirol | © Tirol Werbung / Manuela Mörtenbäck

Die Dolomitenhütte in den Lienzer Dolomiten

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