Adlerweg Etappe 16

Auf den Spuren der Adler Alpingeschichten: Tuxer Alpen & Wettersteingebirge

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Der Adlerweg streift auf seinem Weg Richtung Westen die Tuxer Alpen und durchquert unter anderem im Gaistal das Wettersteingebirge. Beides Gebirge, die einerseits mit dem Olympiaberg Patscherkofel und andererseits mit dem höchsten Berg Deutschlands besondere Berühmtheit erlangt haben. Doch das sind nur zwei von drei besonderen Alpingeschichten in den nachfolgenden Zeilen …

Michael

Der begeisterte Kletterer Michael Walzer ist in seiner Freizeit... Zum Autor

Der Ski- und Seilbahnberg Patscherkofel (Adlerweg Etappe 13: Innsbruck – Zirbenweg – Innsbruck)

Der sympathische „Glatzkopf“ ist der Hausberg Innsbrucks. Auf kaum einem anderen Berg wurde so viel Skisportgeschichte geschrieben. Zum Beispiel bei den Winterolympiaden 1964 und 1976 und bei etlichen Weltcuprennen. Bereits im Jahr 1910 trug man sich mit Plänen, eine Seilschwebebahn von Igls auf den Patscherkofel zu errichten, aber dann kamen die Balkanwirren und der Erste Weltkrieg dazwischen. Ein im Jahr 1926 neu gegründetes Aktionskomitee, die „Patscherkofel Drahtseilbahn-AG“, schaffte die Umsetzung. Am 15. Mai 1927 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau der notwendigen Materialseilbahn, am 14. April 1928 wurde die Patscherkofel – Seilschwebebahn feierlich eröffnet. Das finanzielle Risiko und der Arbeitsaufwand waren enorm. Möglicherweise bezeichneten die Arbeiter deshalb während des Baus ein Gebäude bei der Mittelstation als „Pension Fürchterlich“. Wie auch immer – die Geschichte der Patscherkofelbahn wurde ein Erfolg.

Foto: Innsbruck Tourismus

Foto: Innsbruck Tourismus

 

Ludwig Ganghofer (Adlerweg Etappe 16: Leutasch/Ahrn – Ehrwald)

„Wenn ich nach müden, kranken Stadtmonaten hinaufreise zu meinem lieben, einsamen Waldhause da droben im Wettersteingebirge, ich kann euch nicht sagen, was da in mir lebendig wird.“ So schrieb der Heimatdichter aus Tegernsee, Ludwig Ganghofer (1855 – 1920). Er war ein passionierter Jäger und folgte dem Ruf des Herzog von Oldenburg, der ihn im Jahr 1896 als Jagdherrn nach Leutasch holte. Das Jagdhaus „Hubertus“ wurde zu einem beliebten Treffpunkt der Künstlerprominenz um 1900: Hugo von Hofmannsthal, Richard Strauss, der Dirigent Bruno Walter, der berühmte Sänger Leo Slezak, mitunter das ganze Wiener Burgtheaterensemble, die Maler Franz von Stuck, Fritz Kaulbach, Franz Defregger, Mathias Schmid, Hugo Engl und Hermann Ebers neben vielen anderen berühmten Persönlichkeiten waren hier zu Gast und feierten rauschende Feste. Zum Ganghofer-Freundeskreis zählten auch Johannes Brahms, Johann Strauß Sohn, Rainer Maria Rilke, Ricarda Huch, Gerhard Hauptmann, Thomas Mann und Kaiser Wilhelm II. Es war eine Ehre, von Ludwig Ganghofer ins Gaistal eingeladen zu werden und alle kamen sie gern, denn seine Frau, die Schauspielerin Katinka, war eine glänzende Gastgeberin.

Adlerweg Etappe 16_Wettersteingebirge

Adlerweg Etappe 16_Wettersteingebirge

Fotos: Kulturhaus Ganghofermuseum

Technisch umkämpfte Zugspitze (Adlerweg Etappe 17: Ehrwald – Lora Hütte)

Der Berg, den sich Deutschland und Österreich teilen, und der als höchster Berg Deutschlands gilt (2962 Meter – wobei sich die Deutschen auf die Normalhöhennull und die Österreicher auf die Adria beziehen, weshalb es einen Höhenunterschied von 34 Zentimetern gibt), wurde erstmals im August 1820 vom in Tirol geborenen, bayrischen Vermessungsingenieur Josef Naus, seinem Messgehilfen Maier und Bergführer Johann Georg Tauschl bestiegen. Weil auf einem so schönen Aussichtsberg aber gern auch jene stehen wollen, die des Bergsteigens nicht so mächtig sind, wurde von 1924 bis 1926 die erste Zugspitzbahn gebaut. Die Tiroler gewannen gegen die bayrische Seite den Wettlauf um die technische Erschließung des Gipfels. Ganz hinauf auf den Gipfel der Zugspitze führte aber erst die neue Bahn, die 1991 eröffnet wurde. Die Beförderungskapazität beträgt nunmehr 730 Personen pro Stunde, die Fahrzeit von Ehrwald aus 7, 2 Minuten. Damit ist es noch nicht genug des Ansturms, denn der Zugspitzgipfel ist auch mit der Eibseeseilbahn und der Zahnradbahn der Bayerischen Zugspitzbahn erreichbar.

Foto: Tiroler Zugspitzbahn/Regina Somweber

Foto: Tiroler Zugspitzbahn/Regina Somweber

In meinem nächsten Blog geht’s auf dem Adlerweg auf die Spuren der Alpinpioniere in den Lechtaler Alpen.

Allgemeine Infos zu den Tuxer Alpen und zum Wettersteingebirge

 

 Alle Adlerweg-Etappen im Überblick gibt’s hier:

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