Falbesoner Ochsenalm im Stubaital, Foto: Irene Prugger

Was genau ist eine Alm?

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Eine gemütliche Hütte, herrliche Aussicht und frische Höhenluft, für die Gäste köstliche Schmankerln, für die Kühe beste Futterkräuter auf der Weide. Almen sind aus Tirol nicht wegzudenken. Aber was genau ist eine Alm?

Irene Prugger

Irene Prugger ist Schriftstellerin und freie Journalistin. Neben... Zum Autor

Noch zwei Kehren auf dem Forstweg, der Wald lichtet sich und es öffnet sich ein wunderbares Panorama: Inmitten einer großen Weide eine urige Hütte, dahinter hohe Berge. Ein paradiesischer Ort für eine Einkehr. Zum Glück beherbergen die meisten Tiroler Almen eine Gastwirtschaft oder eine Ausschank und sind tolle Ziele für eine gemütliche Almwanderung. Aber das ist nicht das Kriterium dafür, ob man auch von einer Almwirtschaft sprechen kann.

Vielmehr kommt es auf die Tiere an, mit denen eine Alm – fachlich ausgedrückt – „bestoßen“ wird. Das Vieh muss den Sommer über mindestens 60 Tage durchgehend auf der Alm bleiben, damit die Besitzer die Alpungsprämie erhalten. Dabei muss es sich um landwirtschaftliches Nutzvieh handeln, ein Streichelzoo gilt nicht.

Dementsprechend gibt es Kuh-und Rinderalmen, Kälberalmen, Schafalmen, Pferdealmen oder gemischte Almen.

Die Milchkuhalmen wiederum unterteilen sich in Melkalmen und Sennalmen. Auf den Melkalmen werden die Kühe gemolken, die Milch wird zum Milchhof oder zu einer Sennerei ins Tal transportiert. Auf Sennalmen wird die Milch gleich vor Ort zu Butter und Käse verarbeitet. Diese Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung erfordert, damit Produkte von bester Qualität entstehen, obliegt den Sennerinnen und Sennern. Die Hirten wiederum haben die Aufgabe, das Vieh zu hüten. Meistens sind Hirten und Senner auch als Melker eingesetzt, denn das Personal auf der Alm ist knapp. Und ohne freiwillige Helfer wie zum Beispiel beim „Schwenden“ (Entbuschen und Entsteinen der Almweiden), könnten viele Almen nicht existieren.

Über 2.000 bewirtschaftete Almen in Tirol

Unterschiede zwischen den Almen gibt es auch in der Form der Organisationsstrukturen. Unter den bewirtschafteten Almen in Tirol sind viele in privater Hand, aber hauptsächlich handelt es sich um Gemeinschafts- und Genossenschaftsalmen. Dabei teilen sich oft mehrere Besitzer die Almfläche, bei einer Gemeindealm befindet sich die Alm im Besitz einer Gemeinde. Die Auftreiber bezahlen Alpungsgeld und haben einige Vorteile davon, dass ihre Tiere eine so angenehme Sommerfrische erleben: Die Futterweiden im Tal werden geschont, man spart sich das Zufüttern während der Almsaison und die Tiere bleiben durch die Bewegung in der freien Natur und die gute Nahrung gesund und fit. Zum Vergleich: Am Talboden wachsen durchschnittlich sieben, auf guten Almwiesen 60 bis 70 verschiedene Kräuter pro Quadratmeter!

Die Falbesoner Ochsenalm im Stubaital ist eine von 2.000 bewirtschafteten Almen:

Tipps für Almwanderungen findet ihr hier: www.tirol.at

1 Kommentar

  • Bastelfrosch
    Schade, dass die Kallbrunnalm nicht mit auf dieser Liste steht, unsere Lieblingsalm seit Jahren.