Foto: Olaf Brecker

Des Erlkönigs Elixier und Innsbrucks Gewinn: die Bar Erlkönig

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Wenn es in Innsbruck eine Bar gibt, auf welche die Attribute „edel“, „hipp“, „abwechslungsreich“ und „außergewöhnlich“ zutreffen, dann die Bar Erlkönig in der Meranerstraße. An Goethe angelehnt, mit edlem Interior-Design und tollen Cocktail-Kreationen angereichert, verspricht diese klassische Bar ein etwas anderes Ausgeh-Erlebnis. Nämlich eines, das einer Großstadt würdig ist. Etliche internationale Auszeichnungen bestätigen den ganz speziellen Flair des Erlkönigs.

Kristina

Kristina Erhard war schon viel unterwegs, am liebsten in Afrika.... Zum Autor

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? Siehst Vater, du den Erlkönig nicht!
Den Erlenkönig mit Kron‘ und Schweif? Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

Was Goethe vor über 200 Jahren nicht wusste: Wenn man das Gewölbe der Innsbrucker Designbar Erlkönig verlässt, dann ist es durchaus möglich, dass man Nebelstreifen sieht. Das liegt allerdings weniger am Erlkönig, der durch die nächtlichen Straßen Innsbrucks reitet. Vielmehr liegt es an den ausgezeichneten Tom Collins von Barchef und Miteigentümer Rupert. „Ein echtes Watering Hole für stille Barflies in Tirol und weit darüber hinaus“ – schreibt der renommierte Falstaff. Aber auch ohne postmoderner Anglizismen: das Ambiente ist definitiv eines Goethes würdig.

Die Bar aus edlem Nussholz samt den Barhockern, die Pferdesättel nachempfunden wurden - very sophisticated. Goethe hätte es sicherlich gefallen. Foto: Bar Erlkönig

Die Bar aus edlem Nussholz samt den Barhockern, die Pferdesättel nachempfunden wurden – very sophisticated. Goethe hätte es sicherlich gefallen. Foto: Olaf Brecker

Am Anfang war…

…ein leerstehendes Gewölbe in der Innsbrucker Meranerstraße. Nicht unweit des Tiroler Landhauses, da wo sich Politik und Verwaltung des Landes die Türklinke in die Hand gibt. Diesem Gewölbe aus der frühen Gründerzeit ein Café oder eine Bar einzuverleiben, schien naheliegend. Laufpublikum mit Krawatten und schicken Blusen würde es wohl zu Genüge geben. Aber man dachte anders. Eine gediegene Cocktailkarte, das beste Foccacia-Brot Innsbrucks und der vollbärtige Rupert – seines Zeichens Mixologist vom Dienst und Feinsten – machen es möglich. Oder wie Rupert sagen würde: „Hat’s nichts, ist’s nichts.“ Machen wir uns nichts vor: In Sachen Barkultur liegt die Tiroler Landeshauptstadt noch etwas auf der Strecke, der Erlkönig ist jedoch ein Vorreiter durch Nacht und Wind.

Ohne Rupert wäre der Erl kein König. Der Barchef und Mitinhaber der Bar vermag mit seinen Kreationen nicht nur verzaubern, sondern auch überzeugen. Foto: Bar Erlkönig

Ohne Rupert wäre der Erl kein König. Der Barchef und Mitinhaber der Bar vermag mit seinen Kreationen nicht nur verzaubern, sondern auch überzeugen. Foto: Maria Frank

Es brauchte…

… ein äußerst ambitioniertes Architektenteam rund um den Visionär Marc Mark, der auch der Haupteigentümer des Erlkönigs ist. Durch ihn entstand der Titel des Projekts – Erlkönig – bevor die Idee einer Bar überhaupt geboren war. So wurde die vorgefundene Struktur im Erdgeschoß des historischen Gebäudes mit ihren Gewölben, alten Wänden und Fußböden minimal adaptiert und durch gezielte Eingriffe neu erlebbar gemacht. Etliche internationale Designpreise und -nominierungen später ist die kleine Bar mit der Theke aus Edelholz inmitten Innsbrucks ein Fixpunkt für eine angenehme Mischung aus Gästen. Und spielt so in eine Liga mit Metropolen wie Paris, London und New York. Eine Erfolgsgeschichte aus einer Kombination von gelungenem Interior-Design und hoher Barkunst. Und einem treuen Publikum, das sich neben den obligatorischen kleinen Bieren eben auch mal einen Cocktail gönnt.

Wie Schatten in der Nacht mutet die Freskomalerei an. Gelungen und definitiv einzigartig - eines Design-Preises würdig. Foto: Bar Erlkönig

Wie Schatten in der Nacht mutet die Freskomalerei an. Gelungen und definitiv einzigartig – eines Design-Preises würdig. Foto: Olaf Brecker

Und sieht aus…

…nun ja, wie eine Bar. Aber eine sehr elegante. Entlang des schlauchartigen, hohen Gewölbes gleich am Eingang befindet sich die Bar im eigentlichen Sinne aus heimischen Nussholz – die Flaschen schön an der Wand platziert. Die italienische Kaffeemaschine ebenso. Die Barhocker erinnern an einen Pferdesattel und korrespondieren mit seinem „Reiter“ auch dementsprechend. Nach ein paar Stunden Rumgerutschte mit höchstens zwei Signature- Cocktails (Gin Basil Smash aus Gin (sic!), Zitronensaft und zerstoßenen Basilikum-Blättern) fühlt man sich auch wie jemand, der durch Nacht und Wind geritten ist. Rein äußerlich ist der Gegenteil der Fall: Zusammen mit dem Erlkönig-Fresko von Künstler Jan Davidoff im hinteren Teil der Bar ergibt sich so ein sehr warmes und edles Ambiente. Die Antithese dazu ist der Weg auf die Toilette. Es geht die Treppen (Achtung: ab höchstens zwei Signature-Cocktails auch steil) hinunter, durch einen schmalen Gang mit unverputzten grünen Wänden. Fast erwartet man sich etwas furchtbar Grauenhaftes im Kellergewölbe. Den Erlkönig vielleicht, der sich hinter dem schweren Samtvorhang verbirgt? Mitnichten, die Toiletten faszinieren mit feiner, lilafarbener Tapete mit kleinen Vögelchen drauf.

In den Tiefen des Kellers erwartet den Mutigen....eine liebliche Toilette mit samtig anmutender Vogel-Tapete. Foto: Bar Erlkönig

In den Tiefen des Kellers erwartet den mutigen Gast….eine liebliche Toilette mit samtig anmutender Vogel-Tapete. Foto: Olaf Brecker

 

1 Kommentar

  • Christian
    Kristina, ist der Erlkönig immer noch ein Raucherparadies oder auch für mich als Nichtraucher geeignet?